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Verantwortungsvoll Gemeinschaft gestalten - Provinztag 2020 der Provinz Rhein-Main in Speyer

Am Samstag, dem 10. Oktober 2020 kamen die Mitglieder der Provinz Rhein-Main des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem auf Einladung ihrer Präsidentin, Csr. Ricarda Schulze Dieckhoff, im Marien- und Kaiserdom zu Speyer zusammen. Es war, nachdem der traditionelle Einkehrtag der Provinz im Frühjahr pandemiebedingt leider ausfallen musste, das erste Treffen der Provinz seit Beginn der Corona-Pandemie. 
Mit Blick auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie legten das Vorbereitungsteam, insbesondere die Provinzsekretärin, Csr. Marion Hellf, und der neue Weltlichen Zeremoniar der Provinz, Cfr. Winfried Szkutnik, allergrößten Wert auf größtmögliche Vorsicht: Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmaske prägten daher richtigerweise auch diese Ordensveranstaltung. 

Gemeinsame Feier der Eucharistie im Dom zu Speyer

Im Zentrum des Provinztags stand der gemeinsame Gottesdienst im Speyer Kaiserdom. Er wurde zelebriert vom langjährigen Provinzprior, Cfr. Prof. Dr. Christoph Müller. Musiksalisch wurde er wunderbar gestaltet vom Domkapellmeister Markus Melchiori und dem Team der Dommusik Speyer. 
Zu Beginn des Gottesdienstes wies Cfr. Prof. Christoph Müller gab zu bedenken, dass die Aufforderung zum mitbrüderlichen Umgang mit dem Nächsten und der Schöpfung, wie sie in der Formulierung „tutti fratelli“ zum Ausdruck komme, sicherlich gerade jetzt für die Mitglieder eines päpstlichen Ritterordens wegleitende Ermunterung sei. Für ihn selbst sei die Feier der Heiligen Messe, hier im Dom zu Speyer, am Grab des langjährigen Großpriors des Ritterordens und Altbischof von Speyer, Dr. Anton Schlembach, der ihn in den Ritterorden aufgenommen habe, auch ein ganz besonderer Moment. Dies verbinde sich mit einer Dankbarkeit, die – passend zum Fest Erntedank und zum Geschenk von dreißig Jahren friedlicher Einheit unseres Vaterlandes – zentrales Merkmal einer christlichen Lebenssicht sei. 
Wie einfach und dabei fundamental solche Kernprinzipien für ein gelingendes Leben sein können, rief Cfr. Müller im Rahmen seiner Predigt wieder in Erinnerung, als er an eine der bekanntesten Ansprachen von Papst Franziskus in einer seiner Exegesen zum Thema Familie zu sprechen kam. Die zentralen Worte, die Kinder von ihren Eltern lernen und glaubwürdig vorgelebt bekommen müssten seinen „Danke“, „Bitte“ und „Verzeihung“. „Was stimmt mich dankbar? Was schenkt mir innere Freude“, gab er den er gut 70 mitfeiernden Ordensmitglieder zu bedenken. Beispielhaft verwies er auf  den Ordensmantel, der den Mitgliedern unserer Gemeinschaft nicht primär als äußerlich verbindendes Erkennungsmerkmal dient, sondern vor allem auch innere Geborgenheit schenken kann. Und unter Bezug auf die große Heilige des Bistums Speyer, Edith Stein, riet er, ihre Überzeugung, dass die erste Stunde des Tages dem Herrn gehöre, auf sich wirken zu lassen. „Haltung braucht Übung“, sprach er den Teilnehmern des Ordenstags ermunternd und Mut machend zu. 
Ein besonderer Schlusspunkt des gemeinsamen Gottesdienstes war das Ordensgebet, vorgetragen von der Präsidentin, Csr. Schulze Dieckhoff.

Ansprache und Bericht der Präsidentin 

Im Anschluss an den Gottesdienst richtete die Präsidentin eine Ansprache an die Ordensmitglieder ihrer Provinz. 
Sie betonte, wie sehr sie sich freut, dass alle Teilnehmer anlässlich des Provinztages, auch in schwierigen Coronazeiten, so zahlreich in den Hohen Dom zu Speyer zum Gottesdienst unserer Ordensprovinz Rhein-Main gekommen sind. Einen besonderen Gruß richtete sie an den Präsidenten der Provinz Ost-Deutschland Cfr. Karl Gertler, der mit seiner Ehefrau aus Magdeburg angereist war. Dem Provinzprior, Prof. Dr. Christoph Müller dankte sie für die inhaltliche Gestaltung des Gottesdienstes.
Nachdem die Präsidentin am 1. Dezember 2019 die Nachfolge von Cfr. Michael Hornberg in diesem Amt übernommen hatte, nutze sie die Gelegenheit, chronologisch über die Provinzaktivitäten- und Ereignisse seit ihrem Amtsantritt zu berichten.
Im Januar 2020 fand die konstituierende Sitzung des Provinzrates statt. Ihm gehören neben dem Provinzprior den Leitenden Komturen und den Leitenden Komturdamen, den Prioren die folgenden Consorores und Confratres an:

  • Csr. Marion Helff als Sekretärin,
  • Csr. Armgard Dahmen als Schatzmeisterin
  • Cfr. Winfried Szkutnik als Weltlicher Zeremoniar und
  • Cfr. Christoph Emmerich als Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit.

Sie dankte den Mitgliedern ihres Provinzrates für die Bereitschaft, die jeweilige Aufgabe zu übernehmen und blickte voller Vorfreude auf die weitere Zusammenarbeit. 
Im März dieses Jahrs fand zudem der Amtswechsel im Amt des Leitenden Komturs in der Komturei Speyer/Kaiserslauten statt. Cfr. Dr. Wolfgang Simon übergab sein Amt nach achte Jahren Amtszeit an Cfr. Dr. Christopher Wolf.
Mit Blick auf das Engagement von Cfr. Dr. Wolfgang Simon sagte sie: 
„Dir lieber Wolfgang sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt für Dein außerordentliches Engagement bei der Leitung einer Flächenkomturei. Viele von uns denken auch noch gern an Deine herausragenden Vorträge über das ‚Leben der Edith Stein‘ und über das Thema ‚Glaube und Vernunft‘. Vielen Dank für Alles, was Du für unsere Ordensgemeinschaft geleistet hat.“. 
„Dir, lieber Christopher, wünsche ich nun alles Gute für Deine neue Aufgabe im Orden“, gab sie dem neuen Ltd. Komtur, Cfr. Dr. Christopher Wolf, mit auf den Weg. „Dein großes Engagement anlässlich des Todes des ehemaligen Großpriors S.E. Bischof Dr. Anton Schlembach zeigen schon jetzt, dass Du Dein Amt gewissenhaft ausübst.“
Mit Blick auf die Komturei Fulda, die die Verantwortung für die Herbstinvestitur des Ritterordens übernommen hat, erklärte Schulze Dieckhoff: „Unser Provinz-Gottesdienst liegt genau zwischen den beiden Herbstinvestituren in Fulda. An dieser Stelle daher auch mein herzlicher Dank an die Ltd. Komturdame, Csr. Dr. Edelgard Ceppa-Sitte und an Cfr. Ludwig Orth, der als Investiturbeauftragter eine große Aufgabe übernommen hat.

Mit dem Blick aus das Heilige Land

Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen für die Christen im Heiligen Land, denen die besondere Sorge der Mitglieder des Ritterordens gilt, gab sie den Mitgliedern ihrer Ordensprovinz folgendes Erfahrung mit auf den Weg: 
„In den Jahren von 2015-2018 habe ich das Heilige Land jährlich zweimal bereist und habe viele Kirchengemeinden, Schulen und sozialen Einrichtungen, die unser Orden unterstützt, sowohl in Palästina als auch in Israel und Jordanien besucht. 
Ich habe wunderbare arabische Gastfreundlichkeit aber auch die Innigkeit des gelebten christlichen Glaubens in den Pfarreien erfahren dürfen. 
Gern denke ich aus dieser Zeit an einen Besuch im Alten-Pflegeheim Abu Diz in Ost-Jerusalem zurück.  Eine sehr alte Bewohnerin drückte mir bei unserem Besuch einen kleinen Zettel in die Hand mit den folgenden Worten.
‚Alt macht nicht das Grau der Haare, 
Alt macht nicht die Zahl der Jahre,
Alt ist wer den Humor verliert und sich für nichts mehr interessiert. 
Ihr Gesicht strahlte, als ich den Text las.
Liebe Consorores, liebe Confratres, 
Als Ordensgemeinschaft dürfen auch wir niemals das Interesse verlieren, an dem was im Heiligen Land passiert. Die Sorge für die Christen im Heiligen Land ist die große Verantwortung und Verpflichtung, die wir Alle bei unserer Investitur versprochen haben.“

Präsidentin Schulze Dieckhoff beendete Ihre Ansprache mit der Ermunterung, gemeinsam nach vorne zu blicken:

„Lassen Sie uns gemeinsam hoffen, dass wir schon bald wieder auf das Wallfahrtslied Davids einstimmen können: Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus des HERRN wollen wir gehen. Schon stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem: 
Deus Lo Vult“. 

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