Aktuelles aus unserem Orden

Reflexionen aus dem Heiligen Land zum Jahresende

(c) Lateinisches Patriarchat von Jerusalem

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Der CEO des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem (LPJ), Sami El-Yousef, zieht zum Nikolaustag 2021 seine Jahresbilanz, die die Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission, Csr. Cornelia Kimberger, für die Deutsche Statthalterei wie folgt zusammenfasst: 

Frohe Weihnachten 

Zu Weihnachten 2020 war in Israel wegen der Pandemie alles geschlossen. Sogar die Baumbeleuchtung sei digital gewesen, bemerkt der CEO. Er freut sich, dass dieses Weihnachten die Lage „wieder normal ist“, obwohl die Corona-Pandemie mit ihren neuen Varianten immer noch den Reiseverkehr erheblich einschränke. „Es ist klar, dass die Pandemie uns noch lange begleiten wird, und wir alle versuchen, Wege zu finden, damit zu leben“, schreibt Sami El-Yousef. Trotzdem sei das Leben derer, die ihren Lebensunterhalt durch Pilger und Touristen verdienen, nach wie vor sehr schwierig: In Israel liege die Arbeitslosenquote zwar wieder unter 5 %, nachdem auf dem Höhepunkt der Pandemie dort 27 % der Menschen arbeitslos waren. Palästina habe jedoch aktuell noch mit einer Arbeitslosenquote von etwa 28 % im Westjordanland und rd. 50 % in Gaza zu kämpfen, während sie in Jordanien bei etwa 25 % liege. Diese hohen Raten bedeuteten, dass sich die Anforderungen an unsere verschiedenen humanitären Programme während der Pandemie vervierfacht hätten. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im LPJ sind mittlerweile damit überfordert, einem jeden, der Hilfe benötigt, auch tatsächlich zu helfen“, so der CEO.  

Humanitäre Hilfen in Gaza 

Zum Glück könnten weiterhin Hunderte irakischer Flüchtlinge unterstützt werden, freut er sich. „Dutzenden der christlichen Ostjerusalemer Familien, die unter der israelischen Politik leiden müssen, wird geholfen; und nicht zu vergessen sind die rund 70 Jugendlichen, die durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm im verzweifelten Gaza beschäftigt sind.“ Tausende profitierten von den humanitären Hilfen, die Sozialhilfe, medizinische Betreuung und Bildungsprogramme umfassen. „Große Not brachte ein weiterer Krieg in Gaza, der mit sinnlosen Eskalationen begann. Häuser und Infrastruktur wurden in Gaza zerstört und - nicht zu vergessen - Seelen zutiefst verletzt. Seine Seligkeit Patriarch Pizzaballa besuchte zwei Wochen nach dem Ende der Feindseligkeiten, die Christen in Gaza. Dieses Zeichen der Solidarität freute die Menschen sehr und zeigte, „dass die Schwächsten und diejenigen, die am stärksten ausgegrenzt sind, innerhalb der Kirche immer Vorrang haben werden“, betont Sami El-Yousef. „Die finanzielle Unterstützung unserer Brüder und Schwestern dort wurde durch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Pfarrer P. Gabriel Romanelli intensiviert. Obwohl er damals im Mai schwer krank war, entschied er sich dafür, in Gaza zu bleiben und dort dieses Leuchtfeuer der Hoffnung für unser Volk zu sein“, schreibt der CEO voll des Lobes.   

Präsenz-Unterricht an den LPJ-Schulen  

Die Schulen des LPJ schnitten in der zweiten Jahreshälfte sehr gut ab, da sie im September trotz der Pandemie wieder im Präsenz-Unterricht waren: „Über 19.000 Schüler, die 44 unserer Schulen in Jordanien, Israel und Palästina besuchten, freuten sich am meisten, nach den Erfahrungen eines Online-Unterrichts im Vorjahr wieder in die Schule zurückzukehren.“ Die Kinder waren glücklich, endlich wieder in Präsenz unterrichtet zu werden. „Der Nachteil war, dass wir ein paar hundert Schüler aus unseren Schulen verloren haben, die sich aus finanziellen Gründen dafür entschieden haben, an öffentliche Schulen zu wechseln, da sie das Gefühl hatten, dass sie während der Pandemie dort kostenlos die gleiche Online-Erfahrung machen können“, beklagt der CEO. Viele von diesen Schülern vermissten mittlerweile die Umgebung und die Qualität der LPJ-Schulen. „Sie sehnen sich danach, bald zurückzukommen, und wir hoffen, dass viele diesen Schritt tatsächlich tun, wenn die Normalität im Bildungssektor wieder einkehrt.“  

Die Kirchen sind wieder gut gefüllt 

Die pastoralen Aktivitäten verbesserten sich im Laufe des Jahres sehr: Die Kirchen seien wieder normal geöffnet, und alle pastoralen Aktivitäten fänden wieder wie vor Corona statt, da alle Gesundheitsvorkehrungen, die verlangt würden, umgesetzt seien. In den meisten Pfarreien seien Sommerlager für Tausende von Kindern und Jugendlichen durchgeführt worden und mehr von ihnen als in den Vorjahren hätten teilgenommen. Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen hätten das Niveau wie vor der Pandemie erreicht, da die staatlichen Vorschriften gelockert worden seien. Religiöse Feierlichkeiten hätten große Menschenmengen angezogen, wobei das Fest in Deir Rafat „Unsere Liebe Frau, Königin von Palästina“ eine Rekordmenge von über 3.000 Gläubigen erreicht habe. „Die Synode 2021 - 2023 für eine synodale Kirche wurde unter dem Thema ‚Kommunion, Partizipation und Mission‘ während der Feier mit einer schönen Predigt Seiner Seligkeit ins Leben gerufen. Er forderte die Gläubigen dazu auf, eine aktive Rolle in der Kirche zu übernehmen und ihre Stimme hören zu lassen.” 

Solidaritätsbesuch des Papstes auf Zypern 

„Um ein sehr arbeitsreiches Jahr zu krönen, hat Seine Heiligkeit Papst Franziskus gerade einen zweitägigen Besuch in Zypern abgestattet. Zypern ist das vierte ‚unterversorgte‘ Land in unserer Diözese.“ Im Mittelpunkt des Besuches stand das Leid der Flüchtlinge, die in ihren Herkunftsländern in politische und wirtschaftliche Turbulenzen geraten sind und entweder freiwillig oder gezwungenermaßen aus ihrer Heimat flohen, um anderswo ein besseres Leben für sich und ihre Familien zu suchen. „Das LPJ war die erste Kirche, die Migranten und Asylsuchende unterstütze, sowohl in Israel als auch in Jordanien. Die Botschaften Seiner Heiligkeit ermutigt nicht nur uns, den Kurs beizubehalten. Er bestärkt uns auch, die Bemühungen zu intensivieren, den Unterversorgten zu dienen und ihnen dabei zu helfen, ihren Glauben zu stärken, um die Hoffnung zu finden, die für sie so wichtig ist, und trotz ihres täglichen Schmerzes gut zu überleben“, betont Sami El-Yousef. „Dazu gehört sicherlich humanitäre Unterstützung, vor allem aber auch die Seelsorge.“ 

Die Kraft des Gebets 

Weiter betont der CEO in seinem Schreiben vom Nikolaustag 2021: „Während wir ein weiteres schwieriges und unsicheres Jahr beenden, muss man über all die Widrigkeiten nachdenken und für alle Gnaden Gottes dankbar sein. Wenn uns die Pandemie etwas gelehrt hat, dann das: total flexibel zu sein. Die Kraft des Gebets darf nicht vernachlässigt werden. Wir müssen gläubig sein, um die Kraft dafür zu finden, die vielen Herausforderungen anzugehen. Wie im vergangenen Jahr konnten wir das, was wir getan haben, nur tun, weil uns so viele Menschen auf der ganzen Welt unterstützt haben - vor allem auch die Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab sowie mehrere Stiftungen und Wohltätigkeitsorganisationen auf der ganzen Welt. Ihnen allen danken wir für das Vertrauen, das sie in uns gesetzt haben, damit wir die Bedürftigsten erreichen und unserer Mission treu bleiben. Frohe Weihnachten an alle mit unseren besten Wünschen für ein gesundes und normaleres Jahr 2022.” 

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