Aktuelles

Österliches Grußwort an die deutsche Ordensgemeinschaft


Gemeinsam wenden sich Statthalter und Großprior in ihrem österlichen Grußwort an die Ordensmitglieder der deutschen Statthalterei. In einer Zeit massiver Einschränkungen, die wir alle erfahren, rufen sie dazu auf, das österliche Triduum in diesem Jahr besonders intensiv zu erfahren und daraus Kraft und Zuversicht zu schöpfen. 
 

Eminenzen,
Exzellenzen,
verehrte Consorores, liebe Confratres,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

zu Beginn des diesjährigen österlichen Triduums wenden wir uns an Sie. Eine von Entbehrungen der außergewöhnlichen Art geprägte österliche Bußzeit neigt sich ihrem Ende zu: Wir alle haben in bisher für die meisten von uns fremdem Ausmaß auf Alltägliches, als selbstverständlich Angesehenes verzichten müssen. Zu nennen sind hier beispielhaft persönliche Begegnungen in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis.

Gleichwohl bietet diese Situation auch Positives: Gerade am Abend des Gründon-nerstag oder auch am Karfreitag in Stille in einem geöffnet gebliebenen Kirchraum zu verweilen, zu beten oder zu meditieren, macht die Nähe Gottes besonders erfahrbar. Hinzu treten die vielen Möglichkeiten, Liturgiefeiern am Radio oder im Fernsehen oder mittels Internet zu verfolgen bzw. eigenständig zu Hause in der Familiengemeinschaft zu beten. Machen wir alle davon in diesen Tagen regen Gebrauch!

Und tun wir das in dem Bewusstsein, dass die Christen im Heiligen Land vor ungleich größeren Herausforderungen stehen – denken wir an die mittlerweile geschlossene Grabeskirche oder an Verteilungskämpfe bei Bustouren mit Lebensnotwendigem in Jordanien, um nur zwei Punkte herauszugreifen. Humanitäre Hilfe zu leisten, dazu waren und sind wir alle mit unserem Aufruf zum Karfreitagsopfer eingeladen.

Erleben wir das österliche Triduum in dieser Zeit besonders intensiv – jeder auf seine Weise, aber alle miteinander verbunden im Gebet. Das ist eine der Besonderheiten unseres Ritterordens vom Heiligen Grab. Auch unser Ordensgebetbuch (OGB) kann uns dabei gut begleiten. Neben der Kreuzwegandacht (S. 44 ff. OGB) denken wir etwa an die Gebete zum Gedächtnis von Tod und Auferstehung Jesu (S. 70 ff. OGB) und die Gebete zum Auferstandenen (S. 82 ff. OGB).

Viele von uns werden die großen Passionen Johann Sebastian Bachs oder anderer Komponisten mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Eine Choralstrophe aus der Johannespassion – sie stammt aus dem Ersten Teil und folgt als fünftes Stück vergleichsweise am Beginn – möchten wir Ihnen besonders ans Herz legen:

„Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich
auf Erden wie im Himmelreich,
gib uns Geduld in Leidenszeit,
gehorsam sein in Lieb und Leid,
Wehr und steuer allem Fleisch und Blut,
Das wider deinen Willen tut.“

Das Anvertrauen an den Willen Gottes, verbunden mit der Bitte um Geduld, kann uns auch in den Zeiten der Pandemie Kraft und Zuversicht geben.

Abschließend lenken wir unser aller Blick auf den Ostermontag: Wer sich den Bericht von den zwei Jüngern vergegenwärtigt, die der auferstandene Christus auf ihrem Weg nach Emmaus begleitet, der vermag besondere Kraft zu schöpfen. Um es mit den Worten der in diesem Jahr leider ausfallenden Frühjahrsinvestitur zu sagen: „Wer glaubt, ist nie allein“!

Im tiefen Glauben an die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus grüßen in herzlicher ordensgeschwisterlicher Verbundenheit

 

Dr. Michael Schnieders                                                      Reinhard Kardinal Marx
Statthalter                                                                              Großprior

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden auf www.oessh.net Cookies (z. B. Tracking- und Analytische Cookies), mit denen eine Analyse und Messung von Nutzerdaten möglich ist. Weitere Informationen finden Sie hier: