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Malteser-Großmeister gestorben - Trauer um Fra' Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto

Mit tiefem Bedauern teilt das Großmagisterium des Malteserordens mit, dass der Fürst und 80. Großmeister Fra’ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto am 29. April 2020 in Rom verstorben ist. 
„Die gesamte deutsche Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem nimmt aufrichtig Anteil an der Trauer des Malteserordens um den Verlust von Fra’ Giacomo Dalla Torre“ erklärte S.E. Dr. Michael Schnieders, der Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.  
“Der Tod von Fra’ Giacomo Dalla Torre hinterlässt bei uns allen eine Lücke, die schwer zu füllen ist. Er war ein guter und spiritueller Mensch. An der Spitze des Souveränen Malteserordens zeigte er großes diplomatisches Geschick und beispielloses Charisma. Er war und bleibt eine Inspiration für viele Mitglieder und Freiwillige”, betonte Fra’ Ruy Gonçalo do Valle Peixoto de Villas Boas, der als Interims-Statthalter die Führung des Souveränen Malteserordens übernommen hat, dazu in Rom. 
Dalla Torre wurde 1985 Ehren- und Devotionsritter des Souveränen Ordens und legte 1993 seine Ewigen Gelübde ab. Von 1994 bis 1999 war er Großprior der Lombardei und Venetien und von 1999 bis 2004 Mitglied des Souveränen Rats. Er wurde 2004 vom Generalkapitel zum Großkommandeur gewählt und nach dem Tod des 78. Großmeisters, Fra’ Andrew Bertie, im Februar 2008, ad interim Statthalter des Großmeisters. Von 2008 bis 2017 war Fra’ Giacomo Dalla Torre Großpriors von Rom. Nach dem Rücktritt des 79. Großmeisters, Fra’ Matthew Festing, wählte ihn der Große Staatsrat am 29. April 2017 erneut zum Statthalter für ein Jahr. Im folgenden Großen Staatsrat vom 2. Mai 2018 wurde er zum 80. Fürst und Großmeister des Souveränen Malteserordens gewählt.
Weitere Hintergründe  zum Tod von Dalla Torre finden Sie beim Domradio  und katholisch.de.

Hintergründe zum Malteserorden 

Der Malteserorden steht in der Tradition des "Ritterordens vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem", des im 11. Jahrhundert gegründeten weltweit ersten christlichen Krankenpflegeordens. Nach der Reformation spaltete sich die Gemeinschaft auf in die katholischen Malteser und die evangelischen Johanniter. Als katholischer Orden ist der Souveräne Malteserorden dem Heiligen Stuhl unterstellt. Gleichzeitig ist er politisch ein eigenes Völkerrechtssubjekt. Dieser Status verschafft ihm einzigartige Zugänge auf politischer und diplomatischer Ebene und soll besondere Unabhängigkeit in Konflikten ermöglichen. Zu 107 Staaten unterhält der Orden diplomatische Beziehungen, seit Ende 2017 auch zu Deutschland.
Die Malteser haben nach eigenen Angaben 13.500 männliche und weibliche Ordensmitglieder sowie rund 120.000 ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter. Sie sind weltweit in der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe sowie im Gesundheitssektor aktiv. In Deutschland gründeten der deutsche Zweig des Malteserordens und der Deutsche Caritasverband 1953 den Malteser-Hilfsdienst (MHD) als Sanitäts- und Katastrophenschutz-Organisation.
Ergänzende Informationen zum Malteserorden finden Sie auf der Webseite der Deutschen Assoziation des Souveränen Malteser Ritterordens e.V. sowie auf der Website des Großmagisteriums des Malteserordens.

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