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Kurz berichtet: die Universität Bethlehem, ein Leuchtturm der Bildung im Heiligen Land

Bethlehem im Schnee vor ein paar Tagen (c) Universität Bethlehem

Gottesdienst in Bethlehem an der Uni (c) Universität Bethlehem

Bethlehem im Schnee vor ein paar Tagen (c) Universität Bethlehem

Universität Bethlehem (c) Universität Bethlehem

Menschen dienen

Ein Leuchtturm der Bildung ist die Katholische Universität in Bethlehem. Sie wurde 1972 von den Lassalle-Brüdern gegründet; an ihr studieren zurzeit 3.414 Studenten (bei 409 Angestellten). Davon sind fast 30 % Christen und über 78 Prozent der Studierenden sind weiblich. „Menschen zu dienen“ und insbesondere die Menschen in Palästina zu unterstützen, war und ist der Antrieb der Lassalle-Brüder mit der Universität Bethlehem. Damit junge Menschen aus armen Familien dort studieren können, unterstützt die Deutsche Statthalterei immer wieder mit Stipendien und Studiengebühren. Im Moment beträgt die durchschnittliche Studiengebühr 3.300 EUR pro Jahr, je nach Studienfach. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass 46 % der Studenten aus Ostjerusalem kommen. Für einen Christen ist es schwer, in Israel an der Universität zu studieren, denn dort wird Hebräisch vorausgesetzt. Inzwischen haben 17.827 Studenten ihr Studium dort absolviert.

Engagement für die palästinensische Gesellschaft

Bei mehreren Besuchen in der Universität hatte ich unter anderem auch die Möglichkeit, mit Studentinnen zu sprechen, die von Mitgliedern der Deutschen Statthalterei unterstützt werden. Ich traf auf engagierte junge Damen mit selbstbewussten Zielen für ihren beruflichen Werdegang. Es war erfreulich zu erfahren, dass fast alle der Stipendiatinnen anstreben, sich mit ihrem erwählten Beruf für die palästinensische Gesellschaft zu engagieren. Unter ihnen befanden sich angehende Krankenschwestern, Physiotherapeutinnen, Lehrerinnen und Wirtschaftswissenschaftlerinnen. 

Digitale Schwierigkeiten

In Corona-Zeiten finden die Vorlesungen digital statt, was viele vor große Herausforderungen stellt. Es kommt nicht selten vor, dass die Studenten über das Handy den Vorlesungen folgen müssen, denn in den Familien gibt es oft nur einen einzigen Computer, den sich alle teilen müssen. Praktika finden auf dem Universitätsgelände unter strengen Hygieneauflagen und unter Einhaltung der Vorschriften des palästinensischen Gesundheitsministeriums statt. Außerdem beklagt Shahinda Nassar, Entwicklungsbeauftragte der Universität, und zuständig für Stipendien, dass das Internetnetz in Palästina nicht zuverlässig, ja sogar schwach ist. Viele der Studenten und Studentinnen waren und sind an Corona erkrankt. Jeden Tag gibt es im Raum Bethlehem 300 neue erkrankte Menschen, berichtet Frau Nassar und beklagt, dass es keine Impfstoffe in Palästina gibt. Die Universität betrauert in diesen Tagen den Tod eines Professors, eines lieben Kollegen, der an dem Virus verstorben ist.

Csr. C. Kimberger
Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission

 

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