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Komturei St. Meinwerk, Paderborn, nimmt lokale Märtyrer in den Blick

Für ihren Glauben einen gewaltsamen Tod in Kauf zu nehmen, zeichnet Märtyrerinnen und Märtyrer seit jeher aus. Die Komturei St. Meinwerk befasste sich am 12. Juni 2020 im Rahmen einer Andacht mit anschließendem öffentlichen Vortrag in der St.-Kilians-Kirche in Paderborn intensiv mit der Thematik. Der Leitende Komtur Cfr. Dr. Bernhard König hatte als Referenten Prälat Cfr. Prof. Dr. Helmut Moll eingeladen – einen ausgewiesenen Kenner der Materie. 

Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz hat Prof. Dr. Moll 1999 ein zweibändiges Standardwerk herausgegeben: „Zeugen für Christus – Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“, das mittlerweile bereits in 7. Auflage im Schöningh-Verlag erschienen ist. Die erste Ausgabe konnte Moll Papst Johannes Paul II in Rom überreichen, die zweite seinem Doktorvater Papst Benedikt XVI und die siebte Papst Franziskus. 

Zum Komtureiabend hatte Cfr. Moll Bilder mitgebracht, die 15 Einzelschicksale illustrierten: Männer und Frauen, die in Paderborn gelebt und gewirkt haben und sich in der Zeit des Nationalsozialismus mutig dem Mainstream verweigerten, um ihren Glauben zu leben.

Unter ihnen Dr. Franz Geuecke, ein Zeitungsredakteur, der mutig Artikel gegen die Nazis veröffentlichte, und Bäckermeister Josef Quinke, der die Predigten Bischof Galens verbotswidrig unter Militärs verbreitete. Außerdem Vikar Otto Günnewich, der entgegen einer öffentlichen Anordnung eine Fronleichnamsprozession durchführte, sowie Heinz Udo Hallau, ein 17-jähriger Messdiener, der sich standhaft weigerte, Priester zu denunzieren und dafür zusammengeschlagen wurde. Er starb an den Folgen. Helden des katholischen Alltags – in jedem Fall aber große Vorbilder für die heutige Zeit, was die Festigkeit des Glaubens angehe, so Cfr. Moll. 

Prof. Dr. Moll berichtete, dass alle 15 vorgestellten Personen aufgrund ihres Glaubens und der damit verbundenen Handlungen misshandelt, inhaftiert und gewaltsam getötet worden seien. Ihr Leben habe in Konzentrationslagern oder Gefängnissen geendet. Seine Lebensaufgabe sehe er darin, diese Schicksale „dem Vergessen zu entreißen“. Dass ihm dies in Paderborn gelungen war, machte der Beifall deutlich, mit dem die Komtureimitglieder und Zuhörer seinen Vortrag honorierten.
 

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