Aktuelles aus unserem Orden

Impuls zum Gedenktag des Hl. Antonius von Padua

Mattenkapitel 1221 und Online-Kapitel 2021 

Am 30. Mai 1221, dem Pfingstfest, versammelte sich vor 800 Jahren auf dem Gelände der Kirche Portiuncula in Assisi die Gemeinschaft der Franziskaner. 5000 Brüder sollen dort zusammengekommen sein. Sie lagerten sich während der Versammlung auf Strohmatten, auf denen sie nachts auch schliefen. Alle Mitglieder der Gemeinschaft hatten die Möglichkeit, an diesem „Mattenkapitel“ teilzunehmen. Unter ihnen war auch der ein ehemaliger Augustiner-Chorherr aus Lissabon, der sich ein Jahr zuvor dem noch jungen Franziskanerorden angeschlossen hatte und von uns unter dem Namen Antonius von Padua verehrt wird. 

Gemeinsam dachten die Teilnehmer dieses spirituell ausgerichteten Treffens über die Ordensregel nach. Franziskus gab bekannt, dass Elias von Cortona die Ordensleitung übernehmen werde. Brüder wurden in den Orient entsandt. In diesem Zusammenhang war sicherlich auch die Pilgerreise von Franziskus ein Gesprächsthema, bei der er zwei Jahre zuvor im Heiligen Land dem muslimischen Sultan begegnet war. Die Brüder beschlossen, dass nun auch Mitbrüder in den deutschsprachigen Raum entsandt werden sollten. Die Kirche insgesamt befand sich am Anfang des 13. Jahrhunderts in einer Krise – von diesem Mattenkapitel ging aber offensichtlich missionarischer Elan aus. 

800 Jahre später: Am 5. Juni findet das erste Video-Kapitel der Deutschen Statthalterei unseres Ordens statt. Alle Damen und Ritter der Gemeinschaft haben die Möglichkeit, an diesem spirituell ausgerichteten Treffen teilzunehmen – nicht auf Strohmatten, vielmehr am iPad oder PC-Bildschirm. Wir beten gemeinsam. Wir hören von Ereignissen im Heiligen Land: Die Menschen sind großen Herausforderungen ausgesetzt aufgrund der Corona-Pandemie und der militärischen Unruhen. Dabei nehmen wir auch wahr: Die Vertreterinnen und Vertreter der Kirche sind präsent, lindern Not, unterstützen Friedensprozesse, geben spirituelle Orientierung. Auf unserem Kapitel berichtet der Statthalter von personellen Veränderungen; die neuen Ordensmitglieder stellen sich vor. Unsere Situation in der Kirche in Deutschland, Aktivitäten in unseren Komtureien, die Vorbereitung der nächsten Investitur in Augsburg und Finanzfragen kommen ebenfalls zur Sprache.  

In den Tagen nach der Kapitelsitzung habe ich per Telefon und E-Mail Kontakt mit vertrauten Mitgliedern unseres Ordens. Wir haben den Eindruck: Von dieser Kapitelsitzung geht für uns ein geistlicher Impuls aus, für den wir dankbar sind. Ob er auch missionarische Kraft entfalten wird, wie das Mattenkapitel vor 800 Jahren, wird die Zukunft zeigen. 

Domkapitular Dr. Martin Schomaker, St. Wiho Osnabrück / Vechta 

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