Aktuelles aus unserem Orden

Hoffnung für die Kinder im Caritas Baby-Hospital in Bethlehem

Dr. Hiyam Marzouqa, (c) Foto: Kimberger.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lebenssituation der Palästinenser verschlechtert. Die Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission, Csr. Cornelia Kimberger, informierte sich bei der Chefärztin des Caritas Baby-Hospitals in Bethlehem über die dortige momentane Lage. 

Touristen bleiben weg 

Die Chefärztin des Caritas Baby-Hospitals in Bethlehem, Dr. Hiyam Marzouqa, beklagt, durch die Corona-Pandemie blieben die Touristen weg, so dass die Menschen in Bethlehem und Palästina immer stärker verarmten. „Die Menschen hier haben kein Geld, überhaupt keine Existenzgrundlage. Die Pandemie zeigt schon jetzt Langzeiteffekte, und es wird lange dauern, bis eine Erholung einsetzt!“  

Alle Kinder werden versorgt 

„Alle Kinder, die unserer Hilfe bedürfen, werden behandelt“, berichtet die Ärztin, auch wenn die Eltern nicht einmal den Grundbetrag bezahlen können, der normalerweise für jede Behandlung erhoben wird. „Bei uns in Palästina gibt es keine Versicherungen“, schreibt sie in einer E-Mail-Nachricht. Bedürftigen Eltern wird eine Sozialkarte ausgestellt, und ihr Kind wird mit den Behandlungen und Medikamenten versorgt, die es benötigt. Sozialarbeiter, Krankenschwester und Ärzte besuchen nach dem Krankenhausaufenthalt die Kinder auch in den entlegensten Gebieten Palästinas, damit eine gute Nachbetreuung gewährleistet ist, der Behandlungserfolg nicht beeinträchtigt wird und keine weiteren Fahrtkosten für die Nachsorge anfallen. Dies ist notwendig, denn „die allgemeine medizinische Versorgung in Palästina ist ansonsten mangelhaft“, so Dr. Hiyam. „Im Norden, zum Beispiel in Jenin, ist sie schlimmer als im Süden.“ 

Impfungen in Palästina 

„Wir hatten schon vor Corona eine hohe Arbeitslosigkeit im Land, aber diese ist jetzt noch einmal sehr gestiegen“, schreibt Dr. Hiyam am 2. August 2021. Erst 1,1 Mio. der 9 Mio. Einwohner Palästinas seien gegen Corona geimpft, 416.000 davon bereits zweimal. Die über 140.000 Arbeitskräfte, die in Israel eine Arbeit gefunden hätten, seien alle geimpft, „denn sonst bekommen sie keine Arbeitserlaubnis“. Die Impfstoffe kämen über die Regierung aus verschiedenen Quellen. So werde etwa Sputnik aus Russland verimpft, aber auch Sinopharm aus China sowie Pfizer und Moderna aus Amerika. „Manch einer bei uns“, so die Ärztin, „glaubt, dass Corona eine Lüge ist. Andere befürchten die Nebenwirkungen der Impfung und entschließen sich gegen eine Immunisierung. Wir haben darauf bestanden, dass alle Mitarbeiter des Caritas Baby-Hospitals geimpft sein sollen. Allerdings konnten wir das 1 % der Mitarbeiter, das die Impfung nicht wollte, auch nicht dazu zwingen.“   

Auslastungen der Krankenhäuser 

Im letzten Winter waren die Krankenhäuser voll ausgelastet. Viele Covid-Patienten mussten zu Hause mit Sauerstoff und Medikamenten behandelt werden, da es in den Krankenhäusern nicht genügend Betten gab. “Aber im Moment gibt es genug freie Behandlungskapazitäten. Zum Glück haben wir zurzeit nur wenige Corona-Fälle und nur wenige Menschen mit Symptomen, die getestet werden müssen.“  

Was wünschst du dir, liebe Hiyam? 

„Ich wünsche mir als Chefärztin, dass die Kinder bestens medizinisch versorgt sind und die Hilfe bekommen, die sie auch benötigen. Meine große Hoffnung ist, dass das Krankenhaus weiterhin dazu in der Lage sein wird, die Mütter bei den Krankheiten ihrer Kinder zu unterstützen und zu begleiten. Als Mutter ist es mein größter Wunsch, dass meine beiden Söhne eine Perspektive in Palästina haben, dass sie in ihrem Heimatland arbeiten und eine Familie gründen können. Und als Christin träume ich von einem gerechten Frieden für alle Menschen im Nahen Osten. 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
 

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