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Einkehrtag der Südwestdeutschen Ordensprovinz am 2. April 2022 in Herrenberg

Stiftskirche (c)oessh.net, Cfr. Karl-Heinz Renner

(c)oessh.net, Cfr. B. Diem

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Zum Einkehrtag der Ordensprovinz Südwestdeutschland trafen sich am 2. April im schwäbischen Herrenberg 38 Ordensgeschwister, Kandidatinnen und Kandidaten nebst Gästen der Provinz Südwestdeutschland und freuten sich sehr, die Verbindung zueinander pflegen zu können. Weitere 30 Teilnehmende begleiteten die Veranstaltung online.

Provinzpräsident Cfr. Dr. Müller, krankheitsbedingt vor Ort vertreten von Csr. Michaela Gräfin von Kerssenbrock, begrüßte die Versammelten via Bildschirm, allen voran den neuen Leitenden Komtur von St. Bonifatius Walldürn, Cfr. Dr. Martin Seitz. Die Technik verantworteten Cfr. Markus Heinrich und Cfr. Alfred Küpper. Die geistliche Begleitung oblag Provinzprior Cfr. Abt. em. Winfried Schwab.

Impuls „Humor und Freude in der Heiligen Schrift“

Dem Impuls „Humor und Freude in der Heiligen Schrift“ galt die interessierte Aufmerksamkeit der Ordensgeschwister am Morgen. „Humor, Witz, Scherz sei nicht zu finden, Lachen selten, Freude häufiger. Den Balken im Auge, das Kamel durch das Nadelöhr: Es gebe durchaus auch den Versuch, Humor in die Bibel „hineinzulesen“, so Cfr. Schwab. Auf jeden Fall seien Christentum und Humor kein Gegensatzpaar, denn Humor diene der Freude und führe zur Freude. Passend die Worte der Hl. Teresa von Avila: „Hätte Gott nicht gewollt, dass Menschen fröhlich lachen, dann hätte er die Welt nicht so herrlich gemacht.“

In Genesis 18 lache Sara, die Frau Jakobs, über die Ankündigung ihrer späten Mutterschaft, weil sie Gott nicht ernst genommen habe. David habe vor dem Herrn getanzt (2 Samuel 6,1 – 23), um seiner Freude Ausdruck zu geben. Gott habe den Menschen die Freude gebracht (Nehemia 12,27–43), die sie bei der Einweihung der Stadtmauer Jerusalems mit Jubelgesängen und Musik zeigten. Es gebe das Lachen und das Weinen (Kohelet 3,1-8), dem Krieg folge aber auch der Friede. Gott könne lachen über die, die meinen, sie wüssten es besser (Psalm 2,1-6).

Jesus teilt die Freude der Menschen voll und ganz

Bei der Hochzeit von Kana (Joh 2,1-12) habe Jesus die Freude der Menschen voll und ganz geteilt. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) zeige, dass man Feste feiern müsse und sich freuen könne: „Denn dieser, dein Bruder, war tot und lebt wieder.“

Ein Christ, eine Christin solle sich der Frage stellen: Wie sieht es mit meiner Freude aus? Wo kann ich anderen Freude schenken? Jedes Lachen, jede Freude, jeder Scherz trage die Herrlichkeit Gottes in die Welt hinaus.

Impuls „Fröhliche Heilige“

Der Impuls „Fröhliche Heilige“ brachte an mehreren Beispielen zum Vorschein, dass Humor der Freude dient und zur Freude führt. Zur Verdeutlichung eine Anekdote über Franz von Sales, der einmal zu spät zum Mittagstisch erschien, weil ihn ein Dienstmädchen sprechen wollte. Er habe gerade an eine sehr glückliche Frau gedacht, beschied er seinen über das erkaltete Essen erbosten Bruder: „Die Frau, die du nicht geheiratest hast.“ Und eine Aussage, die Papst Johannes Paul II. zugeschrieben wird: „Wo die Pferde versagen, schaffen es die Esel.“

Die Ermutigung zur Umkehr bereit zu sein

Lachen, Freude, Humor: In seiner Predigt beim abschließenden Gottesdienst ermutigte der Prior die Ordensfamilie, zur Umkehr bereit zu sein und sich wieder auf den Weg zu machen – froh gestimmt mit kleinen und immer größeren Schritten. „Freudige Menschen sind Menschen, die Hoffnung haben, die Zuversicht haben, nach vorn schauen und nicht rückwärtsgewandt sind.“

Eindrückliche Worte von Teresa von Avila

Am besten tut man wohl daran, weniger über andere zu scherzen, sondern zuerst sich selbst in den Blick zu nehmen, wie es wiederum Teresa von Avila, die erste zur Kirchenlehrerin ernannte Heilige, in einem Gebet getan hat:

„Herr, du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sei werde.
Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch, hilfreich, aber nicht diktatorisch zu sein. Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja schade, sie nicht ständig weiterzugeben – aber du verstehst, Herr, dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte. Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu gelangen.
Lehre mich zu schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Leidensberichte anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen. Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann.“

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