Aktuelles aus unserem Orden

Delegation der Deutschen Statthalterei besucht das Marienheiligtum Deir Rafat

Eine kleine Pilgergruppe der Deutschen Statthalterei (Kanzler Cfr. Ferdinand Giese, seine Frau Friederike, Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission Csr. Cornelia Kimberger und Cfr. Johannes Kimberger) besuchte am Mittwoch der Karwoche 2022 das Marienheiligtum Deir Rafat und nahm an einem Gebet der Klosterschwestern teil.

Deir Rafat – ein Ort der Stille und Geschichte

Deir Rafat ist ein kleiner Ort in der Küstenregion Israels. Es ist ein Ort der Stille, der Kontemplation. In dem arabischen Ort gab es bereits eine christliche Gemeinde, als der damalige Patriarch von Jerusalem, Msgr. Luigi Barlassina, im Jahr 1927 ein Heiligtum zu Ehren Marias, der Königin von Palästina, errichtete.

Bereits seit mehr als hundert Jahren wird die Königin von Palästina in Deir Rafat angerufen

Bereits 1920 hat der Patriarch Msgr. Luigi Barlassina die Diözese Jerusalem der Gottes Mutter Maria geweiht und sie zum ersten Mal mit dem Titel „Königin von Palästina“ angerufen. Zur Hundertjahrfeier des Jahrestags der „Königin von Palästina“, am 25.Oktober 2020, sagte Bischof Marcuzzo, dass "vor hundert Jahren, nach dem Ersten Weltkrieg, das Heilige Land politische, soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten erlebte, die über das hinausgehen, was wir heute aufgrund der Pandemie erleben.“

Die Jungfrau Maria überblickt die Landschaft vom Dach der Kirche

Imposant schaut die sechs Meter hohe Statue der Jungfrau Maria mit der Inschrift „Regina Palestinae“ vom Dach der Kirche herunter, weit hinaus ins Land, in eine hügelige Landschaft, welche schon im Alten Testament eine große Rolle spielt. Umgeben wird die Kirche von üppigen grünen Weingärten, Olivenhainen und Wäldern. Kleine holprige Straßen durchziehen die Gegend. In der Ferne die Ortschaft Bet-Schemesch, auch genannt der „Tempel der Sonne“.

Gegrüßet seist Du Maria

Ein christlicher Künstler malte in 280 Sprachen den Gruß des Engel Gabriels „Gegrüßest seist Du Maria“ auf Bänder in das Deckengewölbe der Marienkirche. Unzählige Engel halten diese Bänder und ziehen diese himmelwärts. Ein Gemälde „Unserer Lieben Frau, Königin von Palästina“ zeigt die Gottesmutter, die von Engeln Krone und Zepter überreicht bekommt. Darauf streckt die Mutter Jesus zum Zeichen des Schutzes die Hand über das Heilige Land und die Erde aus.

Die Kleinen Schwestern von Bethlehem

Besonders auch die Kleinen Schwestern von Bethlehem, ein Reformzweig der benediktinischen Ordensfamilie, machen diesen Ort zu etwas Besonderem. Sie führen ein kontemplatives Leben in „ora et labora“, und schweigen bei ihren vielfältigen Aufgaben. Einmal im Jahr jedoch verlassen sie ihr Kloster und besuchen gemeinsam die Grabeskirche in Jerusalem. Die Schwestern haben die Kirche seit vielen Jahren zu einem geistlichen Zentrum für Exerzitien und zu einer einladenden Wallfahrtsstätte ausgebaut.

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Deir Rafat – ein Ort der Begegnung

Kinder und Jugendliche von Migranten, Asylanten und Flüchtlingen haben dort im Sommer die Gelegenheit für fröhliche Sommerferien. Jedes Jahr bringt das Fest der Jungfrau Maria, Königin von Palästina, am letzten Samstag im Oktober Hunderte von Pilgern, welche sich von der Gottesmutter Trost und Beistand erhoffen, aus der ganzen Diözese und aus der ganzen Welt zusammen. Dann findet nach der Heiligen Messe eine Prozession mit der Ikone „Unserer Lieben Frau von Palästina“ rund um das Marienheiligtum statt. Ein wunderschönes, fröhliches Fest schließt sich an, welches die Menschen im Heiligen Land hoffnungsvoller in den oft so schweren Alltag zurückkehren lässt.

Das Abwassersystem muss dringend modernisiert werden

Das Abwassersystem des Pilgerortes gilt es dringend den Gegebenheiten der Zeit anzupassen und offenkundige Missstände zu beheben. 60.000 € werden hierfür veranschlagt. Das Projekt ist vom Lateinischen Patriarchat zusammen mit dem Großmeisteramt als dringend eingestuft worden, denn die meisten Abwasserrohre sind korrodiert oder gerissen. Die gebrochenen Rohre haben bereits dazu geführt, dass sich Abwasser sammelt, durch das Gras sickert und die Umgebung verschmutzt. Dies wirkt sich bereits auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt aus. Die neue Abwasserentsorgung und -behandlung wird die hygienischen Bedingungen und die Qualität der Umwelt verbessern. Dies wird die zudem die Lebensqualität der „Kleinen Schwestern zu Bethlehem“ und die der Besucher des Klosters und des Wallfahrtortes erhöhen. So können auch die dortigen Sommerlager des Vikariats für Migranten und Flüchtlinge wieder unter guten hygienischen Bedingungen stattfinden.

Bericht von Csr. Cornelia Kimberger
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Csr. Cornelia Kimberger und Cfr. Johannes Kimberger

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