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Das Heilige Land erwacht: Neues aus Beit Noah am See Genezareth

Bericht der Heilig-Land-Beauftragten Csr. Cornelia Kimberger und von Paul Nordhausen, dem pädagogischen Leiter der Erholungseinrichtung für junge Menschen mit Behinderung 

Seit einigen Jahren unterstützt die Deutsche Statthalterei die Begegnungsstätte „Beit Noah“ des Benediktinerklosters Tabgha. 2018 zur Herbstinvestitur in Paderborn spendeten die Damen und Ritter großzügig für dieses religions- und völkerverbindende Projekt, das sich den Schwächsten der Gesellschaft widmet, nämlich Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. Mit der Spendensumme konnte für zwei Jahre das Defizit beglichen werden. 3.000 Gäste besuchten vor der Corona-Pandemie jährlich diesen besonderen Ort, der Menschen verschiedener Herkunft, Kultur, Religion und Sprache zusammenbringt. Regelmäßig veranstalten über 30 Gruppen ihre Freizeiten bei den Benediktinern. Im Hauptgebäude „Beit Noah“, in Großraumzelten und kleinen Bungalows findet sich Platz für israelische, palästinensische und auch europäische Gruppen. Ein kleiner Lebensmittelladen, eine Gemeinschaftsküche und Toilettenanlagen stehen allen Gruppen gemeinsam zur Verfügung. Für Spiel und Spaß gibt es einen Minigolfplatz, einen Spielplatz mit behindertengerechten Spielgeräten - und nicht zu vergessen: das Schwimmbecken mit 24 Grad warmem, salzhaltigem Wasser aus drei aktiven Quellen. Ausruhen, Kraft tanken und Dazugehören, egal ob gesund oder behindert, egal ob Christ, Jüdin oder Muslim, dort am Siebenquell, am Heptapegon. 

Kinder und Jugendliche, die im israelisch-palästinensischen Konflikt verwundet wurden, und die mit bleibenden körperlichen Behinderungen leben müssen, finden hier ein paar Tage lang Ruhe, Freude, Erholung, Unbeschwertheit und Zuwendung. Es ist ein Ort, wo Versöhnung und Frieden real werden können. Hier am See Genezareth, hat Jesus den Hunger an Leib und Seele gestillt, und hier haben die deutschen Ordensgeschwister dieses wunderbare Projekt der Benediktiner mit unterstützt.

Die Vorsitzende der Heilig-Land-Kommission, Csr. Cornelia Kimberger, war neugierig. Sie bat den pädagogischen Leiter, Paul Nordhausen, zu berichten, wie es der Begegnungsstätte seit Beginn der Corona-Pandemie ergangen ist. Hier sein Bericht

Bericht aus der Begegnungsstätte 

Von März 2020 bis März 2021 mussten wir, wie so viele andere Einrchtungen auf der ganzen Welt, unsere Tore schließen. 
Seit 40 Jahren empfangen die Benediktiner in Tabgha, am Ort der wunderbaren Brotvermehrung, Menschen (großenteils Kinder und Jugendliche) mit Behinderung aus dem Heiligen Land im Garten des Klosters für eine Zeit der Erholung und Begegnung über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. Auch Pilgergruppen und Studienreisen finden immer wieder den Weg auf unser Gelände, um die einzigartige Atmosphäre und Spiritualität dieses Ortes zu spüren, zu leben und mit Leben zu erfüllen.

Die Tore sind wieder offen

Nach einem Jahr Corona-Zwangspause konnten wir am 8. März unsere Tore wieder öffnen. Das Gelände erwacht nun allmählich aus seinem „Dornröschenschlaf“. Die erfolgreiche Impfkampagne in Israel macht es möglich, wieder Gäste zu empfangen, wenn auch (noch) in reduziertem Umfang. Nach wie vor ist es nicht möglich, große Gruppen, Schulklassen oder andere soziale Einrichtungen bei uns unterzubringen, aber der Wunsch und das Interesse sind natürlich da, und uns erreichen täglich mehr Anfragen.
Im November 2020 konnten wir nach acht Monaten ohne Volontäre, wieder vier junge Freiwillige bei uns begrüßen. Dass junge Menschen in dieser Zeit bereit sind, ihren Dienst bei uns zu leisten, macht uns froh und dankbar. Mit ihrer Hilfe haben wir den Garten in den letzten Monaten gepflegt und vorbereitet für die Gäste, die wir solange vermisst haben. Zurzeit haben wir maximal 15 Personen zur gleichen Zeit auf dem Gelände, und all diese Menschen müssen einen Impfnachweis erbringen; so lautet im Moment das Gesetz. Nach dem Osterfest haben wir die Hoffnug, die Zahl an Gästen erhöhen zu können. Der grüne „Impfpass“ wird aber weiterhin Voraussetzung für eine Buchung sein.
Die Welt nach Corona zeigt sich hier langsam. Noch weiß niemand genau, wie sie aussehen wird, aber wir verspüren viel Hoffnung und Aufbruchsstimmung. Das tut gut!

Das Virus und die Angst

Während der Pandemie gab und gibt es eine unglaubliche Unsicherheit - viele Ängste um Verwandte, Freunde und Bekannte, die an dem Virus erkrankt waren, aber auch um die Zukunft, die sich nicht klar definieren lässt. In vielen Fällen stand die eigene Existenz in den Sternen. Die langsame Öffnung und das Gefühl zurückgewonnener Freiheit beflügelt die Menschen. 
Hier in Beit Noah durften wir neben den vielen Sorgen die ganze Zeit über auch erleben, wie treue Unterstützer uns geholfen haben. Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem und das Kindermissionswerk Aachen seien hier exemplarisch genannt. Aber auch von anderer Seite wurden uns gute Wünsche, Gebete und finanzielle Unterstützung zuteil, so dass wir diese schwierige Phase überstehen können.

Das Lachen der Kinder

Wir erwarten bald wieder das Lachen von fröhlichen Kindern in unserem schönen Garten zu hören. Beit Noah wird wieder und weiterhin seinen Segen im langsam erwachenden Heiligen Land verbreiten, und wir arbeiten hart daran, dass dies möglich ist.
Wir senden den Segen vom See Genezareth zu Ihnen allen und hoffen in der Zukunft vielleicht auch Sie bei uns begrüßen zu können! 

Nähere Informationen können Sie auf der Homepage der Dormitio Abtei Jerusalem (www.dormitio.net) bekommen oder auf Anfrage unter beit.noah@tabgha.net.
 

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