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Christliche Familien in Palästina und Jordanien und die Folgen von COVID 19

Bericht der Vorsitzenden der Heilig-Land-Kommission, Cornelia Kimberger

Seit Beginn der Pandemie verloren viele Christen in Palästina und Jordanien ihre Anstellungen. Die Arbeitslosenzahlen haben sich in beiden Ländern seither verdoppelt. 40% der Jordanier sind nun ohne Arbeit, 30 % der Palästinenser und weit über 80% der Menschen im Gazastreifen.  Vor allem die Jugend leitet unter der Arbeitslosigkeit. So sind zum Beispiel unter den 20 bis 24-jährigen 78% in Palästina arbeitslos. Der Tourismus, das wirtschaftliche Standbein in Palästina, liegt am Boden. Geschäfte sind geschlossen und Tagelöhner, bis vor kurzem noch in Israel beschäftigt, sitzen auf der Straße. Auch in Jordanien liegt die Wirtschaft, die schon vor der Pandemie schwach war, am Boden. Es gibt von Seiten der Regierungen keine Sozialleistungen und Anfragen nach humanitärer Unterstützung sind seither exponentiell gestiegen. Die Priester der Lateinischen Patriarchatsgemeinden in beiden Ländern bemühen sich, allen Bedürftigen mit dem Nötigsten, wie Nahrung, Medikamente, Hygieneartikel, Strom und Gas auszuhelfen. Sogar Mieten müssen bezahlt werden, denn es fehlen die monatlichen Einkünfte. Zum Glück funktioniert eine gute Nachbarschaftshilfe. 
Mit Beginn der COVID-19 Pandemie wurden die Schulen geschlossen. Seither wird versucht, die Kinder über Computer zu Hause zu unterrichten. Dies ist eine große Herausforderung. Das Lateinische Patriarchat betont das hervorragende Engagement der Lehrer, die wie ihre Schüler den Tücken der Internetverbindungen ausgeliefert sind. In manchen Regionen Jordaniens zum Beispiel gibt es keine Internetleitungen und oft sind die Leitungen viel zu langsam. Die Familien haben - wenn überhaupt- nur einen Computer. Gleichwohl sollen doch alle Kinder der Familie ihren Lernstoff erarbeiten können.
Nun können sehr viele Familien die Schulgebühren ihrer Kinder nicht mehr bezahlen. Die Schulen des Lateinischen Patriarchats in Palästina und Jordanien kommen damit in Existenznöte. Seit 150 Jahren unterhält das Lateinische Patriarchat 38 Schulen mit rund 12.500 Schülern in beiden Ländern. Die Gehälter der Lehrkräfte und Angestellten der Schulen (insgesamt 1.390) können nicht oder nur noch teilweise bezahlt werden. Mit den Einkünften wiederum müssen Familienangehörige versorgt werden. Es fehlen immerhin- Stand heute - über 7 Millionen Dollar. Das Lateinische Patriarchat hofft, dass zumindest einige Eltern die Gebühren aufbringen können. Der Großteil allerdings, so befürchtet man- wird dazu nicht in der Lage. So wird den Eltern zunächst das Schulgeld gestundet… 
Das Ziel des Lateinischen Patriarchats ist es, dass weiterhin in den Schulen ein anspruchsvoller Unterricht auch im Hinblick auf eine christliche Erziehung in der Zukunft stattfinden und es vermieden werden kann, dass Schulen nun wegen der Pandemie geschlossen werden müssen.

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