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Bittgang von Starnberg zum Kloster Andechs der Ordensprovinz Bayern

„Maria, wir rufen zu Dir“: Unter diesem Motto stand auch dieses Jahr der inzwischen 10. Bittgang der bayerischen Grabesritter für „die Nöte der Menschen unserer Tage, besonders der Christen im Heiligen Land“. 40 Damen, Ritter, Kandidat(inn)en, Gäste, Wallfahrer jung und alt begrüßten sich am Morgen des Festtags Peter und Paul, dem 29. Juni 2019 freudig am Starnberger Bahnhof.
Präsident Dr. Hermann Rieder und sein Vorgänger im Amt Folker Müller hatten geladen und die Münchener Confratres, insbesondere Dr. Martin Jung alles minutiös vorbereitet. Mit der notwendigen Disziplin einer genehmigten Wallfahrt ging es zunächst durch Starnberg „Immer auf dem Gehsteig und in Zweierreihen“. Auf dem weiteren Weg beteten wir im Wechsel zwischen beiden Reihen den Rosenkranz, mit seinen glorreichen und trostreichen Geheimnissen, um sie jeweils mit dem denkwürdigen Fatima-Zusatz abzuschließen: „Oh mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen“.
Der Wegverlauf ist weitgehend eine Etappe des  Münchner Jakobswegs, was ihm eine besondere Pilgernote verleiht. Dem Bach entlang in der Maisinger Schlucht war es zunächst noch angenehm kühl, was sich im Laufe des Bittgangs aber ändern sollte. Vom Ortsende Maising durch Moor- und Heidelandschaften und bis zum Maisinger See dachten wir schweigend über unsere Anliegen nach. Am Seehof auf dem Staudamm mit Blick über den See rasteten alle in guter Stimmung, die meisten bei einer Halben Radler. Flüssigkeit war diesmal ja besonders wichtig, da schon reichlich geschwitzt worden und noch heftige Hitze angesagt war.

Durch den Wald des Naturschutzgebiet ging es weiter nach Aschering. Andächtig hielt die Gruppe zum Angelusgebet inne und pünktlich läuteten danach auch die Glocken. Der Weg führte nun durch Wald und Feld, schließlich in großem Bogen durch weite Wiesen zur JVA Rothenfeld, das eine hoch interessante Vergangenheit, z.B. auch als Hochschule der Redemtoristen hat und wo heute Häftlinge, darunter auch berühmte Steuersünder den Rest ihrer Haftstrafe absitzen. Von dort ab waren wir besonders der Hitze und Sonne ausgesetzt, aber es dauerte bei herrlichem Alpenpanorama nicht mehr lange, bis sich ein wunderbarer Blick auf den Heiligen Berg auftat.

Bei der Friedenskapelle am Andechser Friedhof wartete schon die Blaskapelle Frieding, die den Bittgang von Anfang an begleitet. Die „Ministranten“, lauter gestandene Männer zogen ihre roten Gewänder an. Hinter dem Jerusalemkreuz und den Fahnen der Grabesritter ging es mit feierlicher Marschmusik und Gebet im Wechsel entlang dem Kreuzweg leicht bergab und dann vorbei an vielen Schaulustigen den Klosterberg hinauf, wo wir im Halbrund vor der Wallfahrtskirche dankbar, aber verschwitzt und müde das „Großer Gott wir loben dich“ gesungen haben. Die Musikkapelle verlieh wieder, unbeeinträchtigt von der prallen Sonne und Hitze, dem Abschluss des Bittgangs eine besondere Feierlichkeit. So fiel der Dank an die Musikanten dieses Mal besonders groß aus.

In der stimmungsvollen Wallfahrtskirche zelebrierte Weihbischof und Dompropst des Augsburger Domkapitels Cfr. Dr. Anton Losinger den Gottesdienst. In seiner Predigt ging er auf die verschiedenen Wege neben dem Pilgerweg ein, die schließlich jeder individuell für sich gehen muss.
Wie es sich für eine ordentliche Wallfahrt gehört, saßen wir zum Abschluss gutgestimmt und zufrieden im Bräustüberl. So ist der Bittgang zur Muttergottes nach Andechs,  auch nach zehn Jahren, ein für die Bayerische Ordensprovinz festes, immer wieder froh erwartetes Ereignis.
 
Prof. Dr. Franz Staudt
Komturei St. Michael, Passau

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