Aktuelles aus unserem Orden

Bahnt den Weg des HERRN - Geistlicher Impuls zum 2. Advent

Maria und Johannes genießen in den Kirchen des Ostens wie des Westens höchstes Ansehen. Ihre Berufung in der Heilsgeschichte bleibt Mysterium - die Wegbereitung durch Johannes und die Mutterschaft Mariens. Beide sind Vorbilder unseres Glaubens und stehen in dem, was die Väter und Mütter ihnen überliefert haben, und zugleich in der Offenheit für das Kommende. Sie sind somit Urgestalten des Advents.
 
„Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott.“ (Jes 40:3) Dieses Wort, das für Johannes gilt, ist auch uns gesagt: Wir sind Stimme und der Herr nimmt uns in Dienst, um sein Wort in die Wüste zu rufen. Wir sind nur Stimme, das Wort kommt von ihm. Jesus Christus ist das Wort. 

Bin ich bereit, eine Stimme zu sein?

Immer wieder wurde Johannes gefragt, ob er nicht der Messias sei... Seine Antwort: „Ich bin nur eine Stimme.“ Und er musste sich auch selbst in Fragen und Zweifeln dieser Frage stellen.
 
Der Vorläufer zeigt damit eine Größe, die wir nicht oft finden. Viele stellen sich in den Vordergrund und verhindern damit den Blick auf den, auf den es ankommt, auf den, der kommt.  

„Er muss wachsen, ich aber geringer werden.“ (Joh 3:30) 
Je mehr wir jedoch reden, desto mehr stellen wir uns in den Mittelpunkt in der Meinung, wir seien die, auf die es ankommt.

„Er muss wachsen, ich aber geringer werden.“ - Für diese Botschaft braucht es keine klimatisierten Kathedralen, keine bequemen Bänke... Dies ist zu sagen und zu leben in der Wüste des Alltags. 

Wir tun gut daran, unsere geistlichen Augen, Ohren und Herzen zu öffnen und die Wüste wahrzunehmen, in der wir leben. Auch heute ist vieles krumm und nicht gerade. Auch in der Kirche machen viele ihre eigene Sache, gehen ihren eigenen Weg... Wer bereitet dem Herrn den Weg?

Bin ich bereit, mich senden zu lassen, 
um Christus den Weg zu bereiten?

Wir sind dankbar, dass Gott Johannes gesandt hat. Gott sucht auch heute Menschen, die er senden kann. Es reicht nicht, wenn wir nur einige Schritte als Gläubige gehen, um dann gleich wieder in unserer eigenen Welt gefangen zu bleiben. 

In einer Welt, die sich uns als Wüste zeigt, in weitgehender Gleichgültigkeit, braucht es Menschen, die geradlinig ihren Weg des Glaubens gehen. Diese entsprechen dann wohl nicht dem Mainstream, sind nicht populär in ihren Ansichten, werden verlacht und abgelehnt - doch Christus brauchte diese mutigen Rufer in der Wüste, damit sein Wort nicht verstummt.

Cfr. Hans-Joachim Leciejewksi, Prior der Komturei St. Altfrid Braunschweig

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