Aktuelles aus unserem Orden

Aus dem Heiligen Land - Reisebericht Teil IV

Nach den Eindrücken des dritten Berichtes aus Emmaus Qubeibeh, dem Priesterseminar in Bet Jala und zu Abouna Bashar, dem Priester der palästinensischen Gemeinde in Taybeh, berichten wir im letzten Teil unseres Reiseberichtes über die Eindrücke aus dem Altenheim von Bet Afram, dem Kloster von Deir Rafat und der Begegnung mit Cfr. Pater Nikodemus Schnabel, dem Patriarchalvikar des Vikariats des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem für Migranten, Flüchtlinge und Asylanten.

Begegnung mit Michel Sabah, dem emeritierten Patriarchen des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem.

Immer wieder etwas Besonderes ist ein Besuch im Altenheim Bet Afram in Taybeh. Die 17 Bewohner des Heims und die Schwestern, die sich der alten Menschen annehmen, freuen sich über den Besuch aus Deutschland sehr. Dort lebt auch Michel Sabah, der emeritierte Patriarch (1987 bis 2008) in einer eigenen Wohnung. Nach wie vor ist der 89-Jährige fleißig am Übersetzen christlicher Texte und erzählt begeistert von seinen Besuchen u.a. in Deutschland. Die kleine Pilgergruppe konnte sich überzeugen, dass die von der Deutschen Statthalterei unterstützten Feuersicherungsmaßnahmen zwischenzeitlich eingebaut worden sind.

Die Deutsche Statthalterei unterstützt die Sanierungsmaßnahmen des Klosters

In Deir Rafat befindet sich das Marienheiligtum „Unsere Liebe Frau, Königin von Palästina“. Seit 2009 betreut der Orden der „Schwestern von Bethlehem“ diesen Pilgerort. Die Schwestern danken bei dem Besuch den Damen und Rittern der Deutschen Statthalterei für die Unterstützung der Sanierungsmaßnahmen des Klosters in diesem Jahr. Die Vorbereitungen für das große Fest „Königin von Palästina“ sind im vollen Gange. Im Garten von Deir Rafat, dem Marienwallfahrtsort, wird gerade ein großer Freialtar errichtet. Hunderte von Christen aus Israel und Palästina werden erwartet. Seine Seligkeit Patriarch Pierbattista Pizzaballa, Bischöfe und Priester aus dem Heiligen Land werden am letzten Sonntag im Oktober das Hochfest der seligen Jungfrau Maria, Königin von Palästina und dem Heiligen Land, Hauptpatronin der Diözese, gemeinsam begehen. Allerdings stehen große Fragen im Raum: „Dürfen unsere christlichen Geschwister aus Palästina überhaupt wegen der Unruhen in Nablus und Umgebung mit uns feiern? Bekommen sie von den israelischen Behörden eine Einreiseerlaubnis?“ Lassen Sie uns hoffen und beten.

Wie können wir allen helfen?

Natürlich darf ein Besuch bei Cfr. Pater Nikodemus Schnabel, Patriarchalvikar des Vikariats des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem für Migranten, Flüchtlinge und Asylanten, nicht fehlen. Zusammen mit Schwester Maria David berichtet er über das Vikariat, dem er seit über einem Jahr vorsteht. „Mein Vikariat ist eine ‚Frauenwelt‘“, erzählt Cfr. Pater Nikodemus Schnabel. 90% der Menschen, die es zu betreuen gilt, sind Frauen. Alle Arbeitsmigrantinnen, die gewollt oder ungewollt ein Kind in Israel zur Welt bringen, werden vom Staat als illegal eingestuft und müssen fürchten, ausgewiesen zu werden. Wegen der explodierenden Lebensmittelpreise benötigt der Pater Unterstützung für die insgesamt 92 Kleinkinder in den Tageskrippen in Jerusalem und Tel Aviv. „Wir haben nicht genug Geld, um Essen zu kaufen!“, beklagt er. Dankbar ist er für die Unterstützung der Deutschen Statthalterei für die Zuschüsse zu den Krankenversicherungen für die Kinder. „Es ist günstiger eine Versicherung zu bezahlen, als ein krankes Kind zu finanzieren!“ Vielen Migranten wird es von den Arbeitgebern nicht erlaubt, in die Kirche zu gehen. Wie viele Christen genau zu seinem Patriarchat gehören, ist nicht ganz gewiss. Cfr. Pater Nikodemus Schnabel spricht von 100.000 Christen, im Patriarchat geht man von rund 80.000 aus. So sind die vielen Gottesdienste mit verschiedenen Riten und Sprachen an den Wochenenden mit Tausenden von Gläubigen gut besucht. „Unser tägliches Problem ist es: Wie können wir allen helfen?“ 

Mit nachhaltigen Eindrücken, die uns einerseits bedrücken, uns aber andererseits ob der unermüdlichen Hilfe aller Damen und Ritter des Heiligen Grabes zu Jerusalem, auch hoffnungsvoll stimmen, beschließen wir diese Reise. Wir werden in unserem Bestreben zu helfen, nicht nachlassen – dank unser aller Hilfe!

 

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