Aktuelles aus unserem Orden

Aufnahme von 26 Kandidatinnen und Kandidaten anlässlich der Herbstinvestitur in Augsburg

(c) Dr. Thomas Sitte

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Vom 08.10.2021 – 10.10.2021 richtete die Komturei St. Ulrich und Afra unter nach wie vor schwierigen Bedingungen eine wunderbare Investitur aus. Unter dem Motto „Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach: und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren“ (Joh 12,26) war die Herbstinvestitur durch Herzlichkeit und Authentizität geprägt. Hierfür gilt allen Beteiligten ein herzliches Vergelt`s Gott.

Freitag 08.10.2021
Empfang durch die Staatsregierung, Stadtverwaltung und Statthalterei

Bereits die Vigil im Dom Mariä Heimsuchung war – nach ihrem Empfang durch den Statthalter, S.E. Cfr. Dr. Michael Schnieders, im Goldenen Saal des Rathauses (in dem auch Oberbürgermeisterin Weber sowie der bayerische Staatsminister des Innern, Cfr. Herrmann, ein Grußwort sprachen) - ein besonderes Erlebnis für die Kandidatinnen und Kandidaten. Im Hinblick auf ihre anstehende Investitur haben unsere Kandidatinnen und Kandidaten ihre letzte Vorbereitung auf dieses intensive Ereignis abgeschlossen, welche mit der Novene begonnen hatte. Auch war dies der Anlass, unsere Promovenden zu ehren.

Samstag 09.10.2021
Kapitelsitzung, feierliche Investitur und Festempfang

Kapitelsitzung

Am Samstag, dem Tag der Investitur, fanden sich alle Teilnehmer zuerst zur Kapitelsitzung ein und wurden sowohl ausführlich über die zurückliegenden Monate informiert als auch auf die kommende Zeit eingestimmt. Der Statthalter verabschiedete den langjährigen, sehr verdienten Sekretär, Cfr. Winfried Engel, mit einem Geschenk sowie mit Verleihen der Goldenen Palme von Jerusalem mit lang anhaltendem Beifall aus dem Amt. Sodann hieß er unter Zustimmungsbekundungen der Teilnehmenden Csr. Dr. Astrid Kreil-Sauer als Nachfolgerin im Sekretärsamt herzlich willkommen. Einen besonderen Impuls setzte er mit seinem Hinweis an alle, gerade angesichts der Pandemie aktiv nach neuen Gästen Ausschau zu halten. Das Herantasten an neue Normalität stelle eine gute Grundlage hierfür dar. Zugleich dankte S.E. Cfr. Dr. Schnieders allen, die Verständnis für die pandemiebedingten Einladungsinvestituren und beschränkte Teilnahmemöglichkeiten aufbrächten, und deutete die Hoffnung an, dass bei der kommenden Frühjahrsinvestitur in München schon wieder weit mehr Gäste teilnehmen könnten. Hinsichtlich etwaiger Satzungsfragen gelte es, abzuwarten. Man werde sich zu gegebener Zeit über notwendige Änderungen verständigen – beginnend im Statthaltereirat, sodann mit der Präsidentenebene und nachfolgend im Kapitel. Er appellierte an das Kapitel, insbesondere die älteren und kranken Mitglieder der Gemeinschaft sowie ihre Angehörigen nicht zu vergessen.

Feierliche Investitur

Nach dem Kulturprogramm trafen wir uns nachmittags dann im wunderschönen Schaezlerpalais zur Statio, von dem aus die Prozession bei herrlichem Sonnenschein zur Basilica minor Sankt Ulrich und Afra loszog. 

In seiner Predigt zur Investitur erklärte S. Em. Großprior Cfr. Reinhard Kardinal Marx, er sehe die katholische Kirche an einem Wendepunkt. «Manches dafür wird sterben müssen, manches wird aber auch neu auferstehen.»

Sodann nahm er 26 Kandidatinnen und Kandidaten in unseren Orden auf, unter ihnen der Bischof von Augsburg S. E. Bertram Meier. Eine ungewöhnliche Konstellation, dass der „Hausherr“, wie es S. Em. Großprior Cfr. Reinhard Kardinal Marx nannte, im Kirchenschiff Platz nahm. Für unser neues Mitglied freuen wir uns besonders und heißen es – wie alle neu Aufgenommenen - in unseren Reihen herzlich Willkommen.

S. Em. Großprior Cfr. Reinhard Kardinal Marx appellierte an uns Ordensmitglieder, den von S.H. Papst Franziskus an diesem Wochenende eröffneten weltweiten Synodalen Prozess sowie den Synodalen Weg in Deutschland mitzugestalten. «Niemand kann den Willen Gottes für sich alleine pachten. Als Kirche sind wir eine Suchbewegung in durchaus unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten», sagte er. «Kirche ist nicht exklusiv, wir dürfen uns nicht abschotten, sondern müssen Zeugnis in dieser Welt geben.»

S. Em. Großprior Cfr. Reinhard Kardinal Marx fügte hinzu: «Synode ist Austausch, kein Parlament. Aber es ist ein Austausch, bei dem man zuhört, bei dem offenes Reden möglich sein muss, auch Debatte, auch Kritik gehören dazu.» Wichtig sei, «dass wir uns mit Blick auf die Synodalen Wege der Kirche und den Auftrag, den das Evangelium an uns stellt, öffnen, dem anderen vertrauen und dass wir von der Hoffnung getragen sind, dass wir auf diesen Wegen den Willen Gottes neu erkennen».

Festempfang

Endlich konnte, seit der Herbstinvestitur in Bremen im Jahre 2019, im Anschluss wieder ein Empfang stattfinden. Cfr. Prof. Becker hieß als Leitender Komtur die Anwesenden in einer launigen Ansprache willkommen. In seiner Festansprache begrüßte der Statthalter insbesondere die neuen Mitglieder und drückte die Freude der Gemeinschaft über die Bereicherung durch sie aus. Zugleich unterstrich er, wie wunderbar es sei, dass nicht zuletzt dank der Flexibilität und Einsatzbereitschaft von St. Ulrich und Afra als ausrichtender Komturei an normale Verhältnisse angenäherte Investiturtage möglich geworden seien. Er sei zuversichtlich, dass es – beginnend mit den Komtureien – gelinge, die oftmals schon wiederaufgenommene Fahrt in Richtung „neuer Normalität“ flächendeckend zu intensivieren. Besonders lägen der Gemeinschaft das aufrichtige Interesse an unseren Glaubensgeschwistern im Heiligen Land und die Verbundenheit mit den Wirkungsstätten unseres Heilands am Herzen. Abschließend sprach er der ausrichtenden Komturei unter Leitung von Cfr. Prof. Christoph Becker als Leitendem Komtur den aufrichtigen Dank aller Teilnehmenden aus. 

Sodann übermittelte Csr. Segmüller unter Darlegung eines persönlichen Glaubenszeugnisses den Dank aller Neuinvestierten. Bei kurzweiligen Gesprächen verging der Abend wie im Fluge.

Sonntag 10.10.2021
Pontifikalamt

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete das Pontifikalamt am Sonntag, welchem das neu ernannte Mitglied unserer Ordensgemeinschaft S.E. Cfr. Bischof Bertram Meier vorstand. Dieser warnte in seiner Predigt vor nationalen Sonderwegen bei der Reform der katholischen Kirche. «Am deutschen Wesen wird die Weltkirche sicher nicht genesen», sagte er am Sonntag in Augsburg und rief zur Wachsamkeit auf. Der Reformdialog Synodaler Weg mache ihn nachdenklich und besorgt. «Wir alle dürfen nicht schlafen, um uns dann beim Erwachen verdutzt die Augen zu reiben, weil sich die katholische Kirche auf dem Synodalen Weg in eine de facto evangelische Landeskirche transformiert hat.»

Ausdrücklich wandte sich S.E. Cfr. Bischof Dr. Bertram Meier gegen den Vorschlag einer demokratischen und zeitlich begrenzten Wahl von Bischöfen. «Wenn wir eine Kirche ohne sakramentales Amt wollen, brechen wir ihr das Genick.» Gott möge eine solche «Selbstabdankung der Bischöfe, Priester und Diakone» verhüten. Eine Synode sollte am sakramentalen Weiheamt «weder rütteln noch sägen». Ohne die Autorität geweihter Amtsträger könnte die Kirche zudem im öffentlichen und politischen Diskurs nichts mehr ausrichten.

Mit dem Gedanken an diese Predigt traten wir nach einer Verabschiedung auf dem Domplatz unsere Heimreise an und freuen uns bereits auf die Frühjahrsinvestitur, welche die Komturei Patrona Bavariae in München ausrichten wird.

Cfr. Dr. Oliver Cerza
 

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