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Auf den Spuren des Christentums in Ägypten - Pilgerreise der Komturei St. Georg Ravensburg

Nachdem die letzte Pilgerreise die Komturei St. Georg Ravensburg im Jahr 2017 nach Israel geführt hatte, stand Ende Oktober 2019 mit Ägypten ein anderer Teil des Heiligen Landes auf dem Programm. 29 Ritter, Damen und Gäste der Komturei haben dort neben den großartigen Monumenten der pharaonischen Hochkulturen vor allem auch die Wurzeln des frühchristlichen Mönchtums und der Koptischen Kirche besucht.
Geistlich geleitet durch den Prior der Komturei, Erzabt Tutilo Burger vom Kloster Beuron, und organisatorisch betreut von Cfr. Dirk Gaerte erlebten die Reisenden ein Land der Gegensätze. Hier der Großraum Kairo, der angesichts seiner 22 Millionen Einwohner mit enormen Verkehrs-, Wohnraum- und Müllproblemen zu kämpfen hat, dort das fruchtbare Nilufer, wo beim Anblick der Bauern mit ihren Eselskarren die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Hier atemberaubende Pyramiden und Tempel, dort riesige Stadtteile mit illegal gebauten Hochhäusern und allen damit einhergehenden Schwierigkeiten.
Wichtige Bestandteile der Reise waren neben den eher touristischen Besichtigungen die Besuche der koptischen Kirchen in Alt-Kairo, einer von Borromäerinnen geleiteten deutschen Schule sowie der überwiegend von Kopten bewohnten Müllsiedlung Moytamadeia, in der die sog. Zabbalin als Müllsammler und -trenner vom und im Müll leben. Eine Kooperative, die 1979 von Sr. Maria Grabis gegründet wurde und deren Vizepräsident der ehemalige Kairoer Auslandsseelsorger Msgr. Joachim Schroedel ist, betreibt hier eine Schule, einen Kindergarten, ein Gesundheitszentrum sowie eine Nähschule. Deren farbenprächtig bestickte Taschen und Kissenhüllen fanden bei den Besuchern reißenden Absatz. 
Dank der Kontakte von Msgr. Schroedel stand auch ein Besuch im Koptisch-Lateinischen Patriarchat auf dem Programm. Hier ließ es sich Bischof Pachomios nicht nehmen, die Besucher zu empfangen, mit ihnen zu beten und sie zum Essen einzuladen. Die mit der römisch-katholischen Kirche unierte katholisch-koptische Kirche ist mit ca. 200 000 Mitgliedern eine kleine, aber in der Bildungs- und Sozialarbeit sehr aktive Minderheit unter den rund 15 Millionen orthodoxen Kopten, die wiederum eine Minderheit angesichts der rund 85 Millionen Moslems im Lande sind. 
Ihre dennoch vorhandene und nach Jahren der Spannung scheinbar stabilisierte Stellung in der Ägyptischen Gesellschaft zeigt sich in der Vielzahl und Größe ihrer Kirchen und Klöster, von denen die Reisegruppe im Wadi Natrun das Kloster des Hl. Pischoi (Deir el-Anba Bischoi) und das Kloster der Hl. Jungfrau Maria der Syrer (Deir es-Suryan) besucht hat. In beiden leben jeweils über 100 Mönche. Im Kloster des Hl. Pischoi ist der bedeutende koptische Papst Schenuda III. begraben, der sein Amt 41 Jahre lang innehatte. Das Wadi Natrun ist eine der heiligsten Stätten der koptischen Christen. Es gilt als die Wiege des Mönchtums, da es hier seit dem 4. nachchristlichen Jahrhundert Klöster gibt.
Erfüllt mit vielen Eindrücken und einmal mehr von der Notwendigkeit überzeugt, Kontakt zu den Christen im Heiligen Land zu halten und sie zu unterstützen, kehrte die Reisegruppe nach Hause zurück.
Text: Regine Gaerte
Bilder: Markus Heinrich

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