Aktuelles aus unserem Orden

70. Geburtstag der Komturei St. Meinwerk in Paderborn

(c) Csr. Cristian Cramer und Cfr. Dr. Bernhard König

(c) Csr. Cristian Cramer und Cfr. Dr. Bernhard König

Zusammen mit auswärtigen Gästen feierten die Damen und Ritter der Komturei St. Meinwerk in Paderborn am 3. Adventsonntag den 70. Geburtstag ihrer Komtu-rei.

Begrüßung durch den aus dem Amt scheidenden Leitenden Komtur Cfr. Dr. Bernhard König

Der Leitende Komtur Cfr. Dr. Bernhard König begrüßte in Paderborn S.E. Erzbi-schof em. Cfr. Hans Josef Becker, Prior der Ordensprovinz Rheinland-Westfalen, den Statthalter der Deutschen Statthalterei des Ritterordens S.E. Cfr. Dr. Michael Schnieders, den Präsidenten der Provinz Rheinland Westfalen des Ritterordens, Cfr. Michael Fischer und zahlreiche Gäste aus dem Ritterorden in Nordrhein-West-falen sowie Repräsentanten von Institutionen in Paderborn.

„Der Einsatz für das Schicksal und die Zukunft der Christen im Heiligen Land war 70 Jahre lang unsere Aufgabe, und es lohnt sich, sich dafür auch weitere 70 Jahre und länger einzusetzen“ erklärte Cfr. Dr. König in seiner Begrüßung.

Festvortrag der Theologin und Historikerin Csr. Dr. Barbara Vosberg

Den Festvortrag hielt die Theologin und Historikerin Csr. Dr. Barbara Vosberg, (Komturei St. Meinolphus Dortmund). Sie beschäftigte sich mit der Geschichte des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in den letzten 120 Jahren, insbe-sondere seit der Reorganisation der Deutschen Statthalterei des Ritterordens ab 1952. Damals war Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens S.E. Cfr. Dr. Lorenz Kardinal Jaeger, Erzbischof in Paderborn. Er – selbst Mitglied des Rit-terordens – setzte nach dem Krieg die entscheidenden Impulse, in Deutschland eine Abteilung des weltweit organisierten Ritterordens (heute über 30.000 Mitglie-der weltweit) wiederzubeleben und in Paderborn eine Gemeinschaft des Ordens (Komturei) zu gründen.

Gab es in der Deutschen Statthalterei, die 1932 gegründet worden war, nach dem Krieg nur noch 63 Mitglieder, wuchs dieser Zahl in den fünfziger und sechziger Jahren schnell. Heute hat der Ritterorden in Deutschland etwa 1.500 Mitglieder, Damen wie Herren, überwiegend Laien, aber auch Geistliche.

Während die Ausrichtung des Ritterordens – so Csr. Dr. Vosberg - in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts neben dem Einsatz für die Chris-ten im Heiligen Land auch eine innenpolitische Richtung gehabt habe (im Sinne einer Rechristianisierung der deutschen Gesellschaft im Anschluss an die Vor-kommnisse im Dritten Reich), seien die Schwerpunkte des Ordens nach dem Zwei-ten vatikanischen Konzil deutlich verlagert worden: Seit Mitte der Sechzigerjahre

stehe die Sorge für die Christen im Heiligen Land wieder eindeutig im Vordergrund. Der Orden habe die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils aufgenom-men. Er setze heute deutlich mehr als früher auf Dialog, etwa betreffend das Selbstverständnis der katholischen Kirche, und mit den anderen christlichen Kir-chen, dem Judentum und dem Islam, auch im Heiligen Land.

Der Einsatz für die Christen im Heiligen Land in ihrer bedrängten Situation bleibe die entscheidende Aufgabe auch für die Zukunft, so die Referentin.

Die Übergabe an den neuen Leitenden Komtur

Am Nachmittag wurde der bisherige Leitende Komtur Cfr. Dr. Bernhard König nach acht Jahren Amtszeit verabschiedet.

Statthalter und Präsident dankten ihm nachdrücklich für sein herausragendes En-gagement der letzten Jahre. Dieses finde einen besonderen Ausdruck in der aktu-ell errichteten Donation zugunsten der Stiftung der Damen und Ritter der Deut-schen Statthalterei.

Das Amt des Leitenden Komturs in Paderborn übernimmt Cfr. Dr. Thomas Hamm aus Lippetal, der vom Präsidenten Cfr. Michael Fischer seine Ernennungsurkunde erhielt.

„Wir wollen auch in Zukunft unseren Beitrag leisten, dass die Existenz des Latei-nischen Patriarchats in Jerusalem mit allen sozialen Einrichtungen, den 42 Schu-len, Krankenhäusern und Hospizen, gesichert ist. Und ich freue mich schon auf den nächsten Besuch bei den Christen im Heiligen Land bei unserer Pilgerreise über Ostern im nächsten Jahr“, erklärte Cfr. Dr. Thomas Hamm in seiner Begrü-ßungsansprache.

Geburtstagsgeschenk der Paderborner Damen und Ritter an die Christen im Heiligen Land

Die Paderborner Damen und Ritter haben 35.000 € gesammelt, die sie der Stiftung der Deutschen Statthalterei des Ritterordens zur Verfügung stellen. Dieser Betrag, der in Zukunft weiter aufgestockt werden soll, soll Erträge abwerfen, die dann auf Dauer christlichen Einrichtungen im Heiligen Land zugutekommen.

Und für Libori 2023 planen die Ritter erneut ihren Bücherbasar, dessen Reinerlös ebenfalls den Christen im Heiligen Land zugutekommt.

Text und Bilder Csr. Cristian Cramer und Cfr. Dr. Bernhard König

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