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30 Jahre Einsatz für die Christen im Heiligen Land: Komturei Speyer-Kaiserslautern des Ritterordens vom Heiligen Grab feiert Jubiläum

In der Diözese Speyer gibt es seit dem 1. Oktober 1989 eine eigenständige Komturei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Dieses Jubiläum der Komturei Regina Coeli Speyer-Kaiserslautern wurde am Sonntag, den 10. November 2019 von den Mitgliedern des Ritterordens gefeiert. Gut 120 Teilnehmer, Ordensmitglieder und Gäste, folgten der Einladung zum Gottesdienst und Festakt in das Priesterseminar St. German. 
Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Pontifikalamt mit S.E. Cfr. Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, der selbst auch Mitglied des Ritterordens ist. Er nahm die Schilderung des Streitgesprächs Jesu mit den Sadduzäern im Tagesevangelium (Mt 22,34-40) zum Anlass, auf die Gefahren theologischer Extrempositionen hinzuweisen. So gäbe es zum einen die Gefahr, aus einer aufklärerischen Position heraus die Glaubensüberlieferung so zu hinterfragen, dass am Schluss letztlich kaum noch Platz für den Glauben verbleibe. Zum anderen gäbe es die Gefahr, aus einer allzu traditionell verhafteten Haltung heraus, jede theologische Weiterentwicklung in Frage zu stellen, was dazu führe, dass lebendiges geistliches Leben erdrückt werde. Mit Blick auf den Beginn des synodalen Weges in Deutschland unterstrich er, wie wichtig es sei, dass Christen sich immer wieder der Unterstützung des Heiligen Geistes öffneten: „Dann können wir Gottes ewige Gegenwart spüren“, betonte er und verwies beispielhaft auf bewegenden Momente bei der letzten Erwachsenenfirmung. Das Evangelium und das leere Grab Christi – so S.E. Cfr. Dr. Bischof Wiesemann – erinnere daran, dass wir mit Jesus an der Seite der Lebenden stehen müssen: „Zeugen der Auferstehung“ sei einer der vornehmsten Titel für Christen, betonte Cfr. Bischof Dr. Wiesemann. Das leere Grab Christi – das für Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem von besonderer spiritueller Bedeutung ist – sei ein einzigartiger Ort, an dem die ganze Christenheit sich für den Glauben und für das Zeugnis der Auferstehung stärken könnte. Mit Blick auf das Engagement des Ritterordens im Heiligen Land dankte er den Mitgliedern des Ritterordens herzlich für ihren wichtigen Einsatz und ihr persönliches Glaubenszeugnis. Er unterstrich, wie entscheidend die finanzielle, ideelle und persönliche Unterstützung für die Christen im Heiligen Land durch den Ritterorden sei. Einen besonderen Dank richte er an Cfr. Dr. Wolfgang Simon, den Leitenden Komtur der Komturei Speyer-Kaiserslautern, für seinen dauerhaften Einsatz an der Spitze der Komturei. Die Kollekte des Pontifikalamts war für den Sozialfond des Lateinischen Patriachats von Jerusalem bestimmt. Den Abschluss des Pontifikalamts, das musikalisch von der Schola Gregoriana, Domkapellmeister Melchori und Domorganist Eichenlaub bewegend gestaltet wurde, bildete – passend zur Namenspatronin Regina Coeli der Komturei Speyer-Kaiserslautern – das Salve Regina. 
Im Zentrum des nachfolgenden Festakts im Priesterseminar stand ein packender Festvortrag von Cfr. Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Kenner des Nahen Ostens und ebenfalls Mitglieds des Ritterordens. Zuvor begrüßte Cfr. Dr. Wolfgang Simon, Leitender Komtur der Komturei Regina Coeli Speyer-Kaiserslautern, die Gäste und Ehrengäste. Einen besonderen Gruß richtete er an S.E. Cfr. Dr. Michael Schnieders, Statthalter des Ritterordens von Heiligen Grab zu Jerusalem in Deutschland. Ebenso begrüßte er die neu ernannte Präsidentin der Provinz Rhein-Main des Ritterordens, Csr. Ricarda Schulze Dieckhoff, sowie zahlreiche Vertreter benachbarter Komtureien. S.E. Cfr. Dr. Michael Schnieders, der Statthalter des Ritterordens in Deutschland, dankte in seinem Grußwort den Mitgliedern der Komturei Speyer-Kaiserslautern für ihren Einsatz für die Ordensgemeinschaft und für die stetige Unterstützung der Christen im Heiligen Land. Er betonte, welchen großen Nutzen – neben den umliegenden Komtureien, der Provinz und der Statthalterei – vor allen die katholischen Christen im Nahen Osten von dem Engagement lebendiger Komtureien wie der in Speyer haben und dankte dafür im Namen der deutschen Statthalterei. Diesem Dank und den guten Wünschen für die Zukunft schlossen sich die ernannte Präsidentin der Provinz Rhein-Main, Csr. Ricarda Schulze Dieckhoff, sowie Csr. Simone Weinmann-Mang, Leitende Komturdame der Nachbarkomturei St. Hildegard Mainz-Wiesbaden, die vor 30 Jahren die Gründung der Komturei Speyer-Kaiserslautern nachdrücklich unterstützt hat, an. 
In seinem Vortrag „Friede wohnt in Deinen Mauern – Explodiert der Nahe Osten?“ skizzierte Cfr. Matthias Kopp eindrücklich die aktuellen politischen, gesellschaftlichen, religiösen und militärischen Aufgaben, vor denen der gesamte Nahe Osten steht. Dabei wurde deutlich – auch wenn es gelungen sei, die Terrororganisation IS zwischenzeitlich zurückzudrängen –, dass angesichts der Fülle an Herausforderungen (Veränderte Außenpolitik der Vereinigten Staaten, ungelöste Kurdenfrage, begrenzte Handlungsfähigkeit Europas, Flüchtlingsfrage) weiterhin nur wenig Hoffnung auf grundlegende Verbesserungen bestehe. Nachhaltigen Eindruck hinterließen seine Berichte zur Lage der syrischen Flüchtlinge, insbesondere zum Flüchtlingslager in Mafraq mit gut 80.000 Flüchtlingen, das zwischenzeitlich als viertgrößte Stadt Jordaniens gilt. Es wurde deutlich, dass der Nahe Osten derzeit die größte Flüchtlingskrise seit dem Bürgerkrieg in Rwanda vor 20 Jahren erlebt. Umso wichtiger sei der Beitrag der Religionen, insbesondere der katholischen Kirche vor Ort, so Cfr. Kopp. Denn mit Krankhäusern, Schulen, Hospizen und anderen sozialen Einrichtungen helfe die Kirche nicht nur den Christen. Sie leiste damit einen Beitrag zu praktischer Friedensarbeit: Denn in vielen dieser Einrichtungen lernen, studieren, leben Muslime und Christen zusammen, lernen ihre je andere Religion kennen und verstehen, schließen Freundschaften und bauen Brücken, auf denen in Zukunft Frieden gestiftet werden kann.  Deshalb ermutigte er alle Teilnehmer weiter beharrlich mit Ideen und Tatkraft anzupacken, um die Christen in dieser Region nicht allein zu lassen. 

Hinweis: Spenden für den Sozialfond des Lateinischen Patriachats können mit dem Stichwort „30 Jahre Komturei Speyer“ auf das Konto der Provinz Rhein-Main des Ritterordens überwiesen werden: IBAN: DE42 3706 0193 0029 4302 33 bei der PAX-Bank (BIC GENODED1PAX)

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