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Zur Geschichte des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Die Verehrung des Heiligen Grabes zu Jerusalem reicht in die Zeit der frühen christlichen Jahrhunderte zurück. Das Heilige Grab war das Ziel zahlreicher Pilger, die ihr Leben riskierten, um dort dem Gekreuzigten und Auferstandenen im Gebet nahe zu sein. Die wachsende Wallfahrtsbewegung ins Heilige Land im 14. Jahrhundert ist die Wurzel des Pilgerordens der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Damals übertrug der Papst den Franziskanern die Befugnis, adeligen Pilgern den begehrten Ritterschlag am Hl. Grab in Jerusalem zu erteilen. Nach Rückkehr der Pilger in ihre Heimat bildeten diese lockere, bruderschaftsähnliche Zusammenschlüsse. Nicht belegt ist, dass der „Ordo Equestris Sancti Sepulcri“ ein strukturiertes Ordensleben hatte. Jetzt nicht mehr nur Adeligen vorbehalten, war der Ritterschlag im ausgehenden 15. Jahrhundert mit der Pflicht zur Einhaltung spezifisch religiöser Vorschriften verbunden. Mit Wiederherstellung des Lateinischen Patriarchates zu Jerusalem im Jahre 1847 wurde die Befugnis, den Ritterschlag zu erteilen, dem Lateinischen Patriarchen 1848 übertragen.

Auf Vorschlag des Patriarchen Valerga hat Papst Pius IX. durch Breve „Cum multa sapienter“ aus dem Jahre 1868 dem ‚Ordo Equestris S. Sepulcri’ eine Struktur und die Aufgabe gegeben, den „Eifer für die Verteidigung und Förderung des katholischen Glaubens im Heiligen Land in den Herzen der Menschen zu entzünden“. 1868 wird daher als Gründungsjahr des heutigen Ritterordens vom Heiligen Grab angesehen. Seit 1888 werden auch Damen in den Orden aufgenommen. Die Päpste Pius XI. (1922 - 1939) und Pius XII. (1939 - 1958) gaben dem Orden jeweils neue Statuten. Im Jahr 1932 erhielt die Gemeinschaft den Zusatz: Ritterorden vom Heiligen Grab „zu Jerusalem“. 

Mit der Approbation der Statuten durch Papst Pius XII. (1949) – auf ihnen beruht die derzeit gültige, durch Papst Paul VI. 1977 approbierte Fassung der Ordenssatzung – hat eine neue Epoche in der Geschichte des Ritterordens vom Hl. Grab zu Jerusalem begonnen. Zu den Aufgaben heißt es jetzt: Im Orden leben die ritterlichen Ideale in neuzeitlicher Form weiter im Geist des Glaubens, des Apostolates und der christlichen Caritas. Erfolgte der Ritterschlag früher unter Ausschluss der Öffentlichkeit, so wird heute die Investitur mit dem Ablegen des feierlichen Gelöbnisses in Anwesenheit der Gemeinde in der kirchlichen Öffentlichkeit vollzogen. Mit diesem Akt wird bekundet, dass der Ritterorden auch Verantwortung für unsere Gesellschaft trägt. Mit Verkündigung des Statuts (1949) wurde die Ordensleitung vom Papst einem Kardinalgroßmeister übertragen. Die 1999 vom damaligen Kardinalgroßmeister, Carlo Kardinal Furno, verfügten „Richtlinien zur Erneuerung des Ordens im Hinblick auf das 3. Jahrtausend“ vermitteln zeitgemäßes Ordensleben. Der Wahlspruch ‚Deus Lo Vult‘ (Gott will es), besagt und macht deutlich, dass wir mit Hinweis auf den Willen Gottes die im apostolischen Glaubensbekenntnis festgelegten Glaubensinhalte bekennen. 

Weltweit hat die Ordensgemeinschaft rund 30.000 Mitglieder in 58 Statthaltereien. Sitz des Ritterordens ist der Vatikan, an der Spitze mit einem vom Papst ernannten Kardinalgroßmeister und dem Präsidium des Großmeisteramtes. 

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