Inhalt

Bericht der Pilgerinvestiturreise der Ordensprovinz Südwestdeutschland: "Anders zurückkommen"

Mit 42 Teilnehmern brach am Morgen des 26. September 2013 von Stuttgart aus über Wien die Südwestdeutsche Ordensprovinz zu unserer Pilgerreise auf. Zu Hause die üblichen Fragen: „Was, Du fährst nach Israel? Hast Du keine Angst?“ Unsere Spannung war eine andere, was erleben wir, wen treffen wir, wie hat sich die Situation im Heiligen Land seit dem letzten Besuch verändert? Der größte Teil der Gruppe war nicht zum ersten Mal dabei und konnte den „Erstpilgern“ schon einiges an Eindrücken weitergeben.

Die ersten vier Tage waren wir in Jerusalem im gastlichen Lutherischen Gästehaus mitten in der Altstadt. Gleich zu Beginn besuchten wir die Dormitio-Abtei. Ein Besuch im Abendmahlsaal schloss sich an. Freitags ging es zum Ölberg, zu den Kirchen Dominus Flevit, der Pater-Noster-Kirche, dem Garten Gethsemani, der Kirche der Nationen, wo wir neben den ausgezeichneten weltlichen Erklärungen unserer jüdischen – Schweizer – Führerin von unserem geistlichen Leiter, Provinzprior Cfr. Dieter Holderbach, auch spirituell auf die jeweiligen Orte eingestimmt wurden. Durch das Stephanstor ging es dann in die Altstadt. An den Kreuzwegstationen der Via dolorosa hielten wir eine Besinnung.

Gleich nach dem Gottesdienst am Sonntag begann unsere weitere Reise in die judäische Wüste, Besuch des Theodosiusklosters – ein orthodoxes Frauenkloster aus dem 5. Jahrhundert -, und danach mit Kleinbussen weiter zum Kloster Mar Saba, einer gewaltigen Klosteranlage ebenfalls aus dem 5. Jahrhundert, die noch nie zerstört wurde und in der heute rund 15 griechisch-orthodoxe Mönche ohne Strom und die Attribute unserer Zeit leben. Von der Terrasse hat man einen imposanten Blick in ein schroffes Wüstental und sieht und hört weit unten den Kidron-Fluss.

Nächste Station war die Partnergemeinde unserer Provinz Maria von Fatima in Beit Sahur bei Bethlehem, wo wir mit Pfarrer Iyad Twal die Einrichtungen der Gemeinde, das Freizeitzentrum für Schule und Jugendarbeit besichtigen und mit ihm die Situation der Christen im Heiligen Land diskutieren konnten. Das Hauptproblem war klar auf den Punkt gebracht: der Wegzug der Christen. Die Chefärztin des Caritas-Baby-Hospitals schloss sich an und informierte uns über die Arbeit und die Probleme ihrer Einrichtung. Am nächsten Tag, nach der Besichtigung der Ausgrabungen an der Davidstadt, besuchten wir in Haifa den melkitischen Erzbischof Elias Chakour, eine mehr als beeindruckende Persönlichkeit, der mit seiner Friedfertigkeit schon häufig Projekte wie Schulen und eine Universitätsgründung zuwege gebracht hat – ein Hoffnungsstern wie es in einem Buch über ihn heißt.

Die nächsten Tage am See Genezareth waren ausgefüllt mit Besuchen in Tabgha, dem Berg der Seligpreisungen, dem Berg Tabor, Kafarnaum, Morgenandachten und Gottesdiensten am See und vielen guten Gesprächen in unserer harmonischen Gruppe. Beim Besuch in Nazareth wurden wir in der weißen Moschee von Scheich Atif al-Fahoum empfangen: Die Moschee fühlt sich einem friedlichen, auf Verständigung der Religionen orientiertem Islam verpflichtet.

Bei dieser Pilgerfahrt „war man dann nicht mal weg“, man kam anders zurück.

Cfr. Heinrich Hagenbucher

Anmeldung für Mitglieder

Passwort vergessen ›

Kontextspalte