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Pilgerreise zum Haus des Herrn

Cfr. Hans-Dieter Voss

Der Vers aus dem Psalm 122 „Ich freute mich, als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern“, war das Motto für die Pilgerfahrt der Rheinisch-Westfälischen Ordensprovinz. Nach der langen Zeit der Planung flogen wir mit 81 Ordensmitgliedern und Angehörigen ins Heilige Land. Auftakt der Reise war Tabgha am See Genezareth. Insgesamt acht Priester begleiteten unsere Gruppe, die geistliche Gesamtleitung übernahmen Cfr. Msgr. Axel Werner und der seiner Investitur in Jerusalem entgegen pilgernde Pfr. Sven Goldhammer.

Immer wieder ist es, nicht nur für Erstpilger, ein zutiefst beeindruckendes Erlebnis, wenn man nach der Fahrt in den Norden Israels und durch Galiläa den tief liegenden See erblickt und im Pilgerhaus Tabgha Wohnung nimmt. Am frühen Abend feierten wir am Seealtar den ersten Gottesdienst. Mit der Laudes begannen wir den neuen Tag und besuchten die von unserem verstorbenen Cfr. Anton Goergen erbaute Brotvermehrungskirche. Ein kurzer Fußweg brachte uns zur nahe gelegenen Primatskirche, wo uns im Lesen des Johannesevangeliums die Begegnung des Auferstandenen mit einigen Jüngern und die Einsetzung des Petrus in das Papstamt wieder vor Augen geführt wurden.

Das Wissen, dass unser Herr auf diesen Wegen, an diesen Orten, in dieser Landschaft und auf dem Wasser dieses Sees die erste Zeit seines öffentlichen Wirkens verbrachte und dass wir auf dieser Pilgerreise auf seinen Spuren gehen durften, rührte uns alle an und schuf eine neue Grundlage für unseren Glauben, indem wir das Evangelium mit diesen neuen Eindrücken anders als vorher lesen und verstehen konnten. Diese Eindrücke wurden vertieft, als wir zu einer Bootsfahrt auf den See ablegten. Der Nachmittag war dem Berg der Seligpreisungen gewidmet, wo wir an einem Altar im Freien mit herrlichem Blick auf den See Gottesdienst feierten. Am nächsten Tag feierten wir in der Verkündigungsbasilika in Nazareth eine Messe, nachdem uns zuvor als besonderes Privileg gestattet wurde, unmittelbar vor der Grotte der Verkündigung ein stilles Gebet zu halten. Zum Berg Tabor gelangten wir durch die abenteuerliche Fahrt mit Kleinbussen. Auf der Berghöhe angekommen, hatten wir einen berauschenden Rundblick über die fruchtbare Ebene bis zum See und den Golanhöhen.

Am frühen Morgen des nächsten Tages brachen nach Betlehem auf. Mit einem kurzen Halt an der Taufstelle Jesu mit der Erneuerung unseres Taufversprechens und dem Vespergebet in der Dormitio-Abtei gelangten wir zum Gästehaus der Franziskaner in Bethlehem. Noch am Abend hatten wir Gelegenheit zum Gebet in der Geburtsgrotte. Den Weihnachtsgottesdienst feierten wir am nächsten Morgen in der Katharinenkirche. Beim Besuch der Betlehem Universität kamen wir mit Dozenten und sowohl christlichen als auch muslimischen Studentinnen ins Gespräch. Anschließend fuhren wir zum Altenheim in Abu Dis, unmittelbar an der Mauer gelegen, wo uns erschreckend sichtbar wurde, wie diese Mauer, vor allem für die Palästinenser dort sowohl Eingrenzungen als auch Ausgrenzungen verursacht.

In aller Frühe ging es am Freitag nach Jerusalem, um in der Kirche der Nationen die Heilige Messe zu feiern. Vom Ölberg pilgerten wir in die Altstadt Jerusalems, wo im Österreichischen Hospiz ein Wiener Schnitzel zum Mittag vorbereitet war. Ein Teil der Gruppe ging noch auf den kurzen Weg zur Klagemauer, wo wir auf dem Rückweg hautnah die steten Unruhen in Jerusalem mitbekamen: Wegen Demonstrationen und Steinwürfen wurde die Altstadt rigoros abgesperrt und nur auf großen Umwegen außerhalb der Stadtmauern konnten wir Notre Dame of Jerusalem und das Paulushaus erreichen.

Hier nun, beim Begrüßungsabend im Schulhof der Schmidt-Schule, endete unsere Pilgerreise, die für uns so homogen, bereichernd für Herz und Seele  glaubensvertiefend und frohmachend verlaufen war und unsere Ordensgemeinschaft in vielfältiger Weise belebt und gestärkt hatte, um uns in der Investitur endlich eine weitere, neue Dimension unserer Gemeinschaft erfahren zu lassen.

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