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Wir haben seinen Stern gesehen Frühjahrsinvestitur in Köln vom 24. bis 26. Mai 2013 Csr. Cornelia Kimberger

Den 80. Geburtstag feierte die Deutsche Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Köln – wie damals die Gründung. Mehr als 1.000 Gäste kamen in die Domstadt.

Eine Woche nach dem Pfingstfest lädt die Komturei „Heilige Drei Könige Köln“ des Ritterordens zur Jubiläumsinvestitur in das „hillije Kölle“. 80 Jahre ist es her, dass am 8. Dezember 1933 in St. Andreas die konstituierende Gründung der Deutschen Statthalterei stattfand. An diesem Jubelinvestiturwochenende versammeln sich in der lebendigen Stadt am Rhein 500 Ordensangehörige mit ihren Familien, um neue Mitglieder im Orden begrüßen zu dürfen. Eine stattliche Zahl von mehr als 1.000 Gästen, darunter 120 Jugendliche, feiern zusammen Gottesdienste und freuen sich auf viele freundschaftliche Begegnungen.

Wie die Heiligen Drei Könige zu dem neugeborenen Kind in der Krippe, geleitet von einem großen Stern, nach Bethlehem gegangen sind, so machen sich seit vielen Jahrhunderten Suchende auf den Weg, um Christus zu begegnen. St. Maria im Kapitol ist die größte der romanischen Kirche der Kölner Altstadt und hat den Grundriss der Geburtskirche in Bethlehem. Maria steht im Mittelpunkt der Predigt von Weihbischof Cfr. Dr. Dominikus Schwaderlapp in der Vesper am Freitagabend: „Maria war in Bewegung, sie hat sich vom Heiligen Geist verwandeln lassen“, sagt er. „Der Heilige Geist bringt auch uns in Bewegung und hat uns hierher nach Köln gebracht, um Kraft zu schöpfen.“ Auch bringe der Heilige Geist dazu, anderen zu begegnen, so wie Maria gezielt dorthin aufbricht, wo sie benötigt wird. „Der Alltag ist unsere Bewährung für unser Christsein“, so Weihbischof Schwaderlapp.

Christentumsgeschichte

„Was macht Köln zu einer besonderen Investitur?“, fragt der Ltd. Komtur Cfr. Hans-Jürgen Doll in seiner Begrüßungsrede am ersten Abend: „Nächstes Jahr werden es 850 Jahre, dass sich die Reliquien der Heiligen Drei Könige nun schon in Köln befinden. Dadurch wurde Köln zur bedeutendsten Wallfahrtsmetropole nach Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela“. Köln habe 300 Kirchen und sei daher „das heilige Köln“, dat hillije Kölle, das auf 1700 Jahre Christentumsgeschichte zurückblicken kann. Er zitiert den englischen Staatsmann und hl. Thomas Morus: „Es kommt niemals ein Pilger nach Hause, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben.“ Am späteren Abend ist St. Andreas das Ziel vieler Ordensmitglieder. Der geistliche Zeremoniar, Msgr. Prof. Dr. Christoph Müller, stimmt die neu zu investierenden Damen und Ritter auf deren am nächsten Tag stattfindende Investitur ein.  Die Kirche beherbergt die Gebeine des Kirchenlehrers Albertus Magnus. „Wir brauchen Menschen, die nicht um sich selber kreisen“, sagt Cfr. Prof. Müller. Die Begabungen, die ein jeder hat, solle er für andere einsetzen. Die Sterndeuter seien der Stimme der Sehnsucht gefolgt. Das Große im Kleinen entdecken zu können, selber klein, im Sinne von demütig, zu sein: das wäre der richtige Weg. „Glaubende sehen weiter, tiefer und vor allem liebevoller die Welt und die Wirklichkeit aller“, so Müller.

Hinter dem Vortragekreuz ziehen die Teilnehmer der Andacht zum nahe gelegenen Hohen Dom. Bis auf den letzten Platz ist die Kathedrale nun kurz nach 22 Uhr mit Ordensmitgliedern besetzt und die Orgel stimmt von Johannes Sebastian Bach die „Toccata in d-Moll“ feierlich an. Andächtig lauschen die Ordensmitglieder diesem gewaltigen Werk. Die Königin der Instrumente spielt Gott zu Ehren und  lässt durch ihr Spiel die Größe Gottes ahnen. Vorne am Altar flackern einige Kerzen, ansonsten ist der Dom nur matt erleuchtet. „Diese Momente haben mich sehr berührt und ergriffen“, erzählt eine Ordensdame am nächsten Tag. „Ich hätte noch stundenlang dem imposanten Orgelspiel zu hören können.“ Domdechant Cfr. Robert Kleine erzählt von der Entstehung des Kölner Doms, der unter dem Patronat des hl. Petrus stehe,  und davon, dass der Dom ein Abbild des Himmlischen Jerusalems sei, nach oben zum Himmel strebend mit dem neuen Stilelement der Gotik, das aus Frankreich Einzug gehalten hat. Singend  ziehen die Gläubigen andächtig in einem langen Zug mit einer Kerze in der Hand durch das „Dreikönigenpförtchen“  zum Schrein der Heiligen Drei Könige. Ganz klein müssen sich die Pilger des Ritterordens machen, als sie unter dem Dreikönigsschrein hindurch pilgern. Die Pilgerschaft zu den Gebeinen der Heiligen Könige ist ein Pilgern zu Jesus Christus, den die Drei Könige in Bethlehem gesucht und gefunden haben.

Präsenz im Heiligen Land

In der Kapitelsitzung am Samstagmorgen wird von Projekten der Deutschen Statthalterei im Heiligen Land berichtet. Im Mittelpunkt stehen das Altenheim Abu Dis, das in katastrophalem Zustand befindliche Altenheim von Taybeh, das beim Neuen Tor in Jerusalem gelegene St. Louis Hospiz und die Schülerstipendien für Schüler im Heiligen Land. In den Berichten wird die dramatische Situation in Israel und Palästina greifbar. Statthalter Dr. Heinrich Dickmann erinnert an das Ordensversprechen, dem Heiligen Land zu dienen – und in das Heilige Land zu reisen. Davon berichtet eindrucksvoll Cfr. Michael Wirtz, der nach vielen erfolgreichen Jahren als Vorsitzender Heilig-Land-Kommission die Arbeit nun in jüngere Hände gibt.

Die Kölner Komturei hat sich für die Jugendlichen  am Samstagvormittag ein buntes und vielfältiges Programm ausgedacht. Süß geht es zu im „Schokolademuseum“. Lambert Spallek erzählt begeistert vom Besuch hinter den Kulissen des WDR. Gefallen hat ihm besonders das Studio für die „Sportschau“. Schade sei es nur gewesen, so Lambert, dass keiner der bekannten Moderatoren zu sehen gewesein sei. Auf den Dächern des Kölner Doms wurden ebenso Ordensmitglieder und Jugendliche gesichtet wie in den unterirdischen Ausgrabungen der Kathedralkirche.

Bei der Statio vor dem Investiturgottesdienst erinnert Cfr. Msgr. Guido Assmann an die Stadtheilige Ursula. Zusammen mit ihr wurden 11.000 Pilgergefährtinnen – der Überlieferung nach - hingerichtet. Daher finden sich neben den drei Kronen der Heiligen Könige auch elf Flammen im Stadtwappen Köln. Diese Flammen symbolisieren den Heiligen Geist. „Glaube braucht Begeisterung“, ruft Msgr. Assmann. Einzig durch Begeisterung könne der Glaube weitergeben werden. Pünktlich um 15 Uhr beginnt dann die Investitur: Der lange Prozessionszug geht bei himmlischem Sonnenschein hinauf auf die Domplatte. Polizei sperrt für die Zeit der Prozession die Straße für den Verkehr. Die Kreuzträger, Kandidaten, Kandidatinnen und die Damen des Ordens, dahinter die Ritter und die Ordensleitung erreichen unter feierlichem Glockengeläut das Mittelportal der Westfront des Doms: Am Mittelpfeiler grüßt sie die Gottesmutter Maria. Ihr zur Seite stehen Petrus und die Heiligen Drei Könige. Unter dem Geläut der größten und bekanntesten Glocke im Domgeläute, dem „dicken Pitter“, ziehen die Ordensmitglieder unter eindrucksvollen Orgelklängen von Domorganist Prof. Winfried Bönig in den Dom ein.

Den Nächsten nicht übersehen

Großprior Kardinal Reinhard Marx rückt in seiner Predigt den Menschen in den Mittelpunkt. Gott habe den Menschen nach seinem Bild geschaffen und ihm ein Herz zum Denken gegeben. „Der Mensch kann nicht seinen Weg finden, wenn er vom Ich, vom Subjekt, vom Einzelnen ausgeht!“ Der Mensch finde seine Vollendung im Menschsein nur mit Blick auf den Nächsten. Zugleich wandte sich Kardinal Marx gegen einen zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft und gegen einen primitiven Kapitalismus, der ausschließlich auf die eigenen Interessen und Vorteile abhebe. Dies sei langfristig gesehen auch ökonomisch unvernünftig. Zudem widerspreche eine solche Haltung dem christlichen Menschenbild. Es sei ein „Grundkonstruktionsfehler“, immer nur das eigene wohl im Blick zu haben und zu wenig auf das Wohl des Anderen zu achten. An die 33 Neuinvestierten gewandt sagt er: „Werden Sie Verteidiger und Zeugen des Christentums! Ich wünsche Ihnen, dass sie lernen mit dem Herzen zu denken. Gerade der Ritterorden ist aufgerufen, in seiner jeweiligen Zeit Zeugnis abzulegen und die Gesellschaft mitzugestalten“, so Kardinal Marx.

Beim Festabend der Investitur begrüßt Statthalter Dr. Dickmann zahlreiche Gäste aus dem In-und Ausland begrüßen. Er bedauert, die Unfähigkeit und Unwilligkeit zur Lösung der politischen Situation im Heiligen Land. Daher seien die Ordensmitglieder aufgerufen, nicht nachzulassen sich für die Christen dort einzusetzen. „Wir haben uns die Aufnahme  in den Ritterorden nicht verdient, sondern sind von Mitgliedern des Ordens angesprochen worden, die uns zugetraut haben in dieser Gemeinschaft  zum Wohle der Christen im Heiligen Land aktiv zu werden.“, sagt die neuinvestierte Ordensdame Susanne Wierzimok in ihrer Ansprache zur Festgemeinschaft.

Am letzten Tag sind die Christen im Heiligen Land noch einmal nah bei den Ordensmitgliedern: „Die Christen im Heiligen Land sind unsere Geschwister“, sagt Cfr. Msgr. Markus Bosbach in der Statio. Bei unwirtlichen 7 Grad und strömendem Regen erreicht die Ordensprozession durchfroren die Minoritenkirche, der Grabeskirche des seligen Adolph Kolping. In seiner Predigt betont der Kölner Weihbischof Cfr. Manfred Melzer, dass wichtiger als jede Reform in der Kirche das sei, was Gott am Herzen liege. Die Kirche drehe sich mühsam um sich selbst. „Wir sind eine Offenbarungsreligion“, sagt der Weihbischof. Gott spreche immer noch, auch heute. Die Jubiläumsinvestitur im „ hillije Kölle“ wird die Ordensmitglieder gedanklich noch lange begleiten. Gestärkt durch das Wissen, von Gott getragen und Teil einer geschwisterlichen Ordensgemeinschaft zu sein, können sie ihrer Berufung, Ordensritter und Dame vom Heiligen Grab zu Jerusalem zu sein, in ihrem Alltag verwirklichen. 

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