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Das Wort der Wahrheit zur Blüte bringen - "Dienen und Bekennen": Herbstinvestitur 2012 in Düsseldorf

Die Herbstinvestitur des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem fand vom 12. bis 14. Oktober 2012 in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf statt. Der Orden war zu Gast am Rhein. 

Das Wochenende der Herbstinvestitur des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Düsseldorf wird mit der Nachricht eingeläutet, dass der Friedensnobelpreis 2012 an die Europäische Union gehe. Umso mehr ein Grund für die Damen und Ritter in die Stadt an Rhein und Düssel zu fahren, denn Düsseldorf war nach dem Krieg Sitz der Internationalen Ruhrbehörde, einer Vorläuferin der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und somit der Europäischen Union. Etwas zum Bedauern der "Kölner" ist Düsseldorf die Regierungshauptstadt des Landes Nordrhein-Westfalen geworden, erzählt eine Dame am Begrüßungsabend in den Rheinterrassen. Wer kennt nicht "Fortuna Düsseldorf", wer hat noch nie von der längsten" Theke" der Welt gehört? Die rund 650 Teilnehmer der Investitur erfahren am Begrüßungsabend, dass die Stadt Heimat berühmter Schriftsteller, wie Heinrich Heine, bildender Künstler wie Jörg Immenhoff oder Joseph Beuys und Musiker wie Clara und Robert Schumann war.

Lebendige Geschichte

Das Leitwort "Dienen und Bekennen", das die Komturei St. Maximilian für die Investitur ausgegeben hat, wird vor allem in den Gottesdiensten verdichtet. "Wenn wir Gott dienen, dann sind wir alle Bruder, Schwester und Mutter", so Cfr. Stadtdechant Msgr. Rolf Steinhäuser in der Marienvesper am Freitagabend in der Basilika St. Lambertus "Wir sollen keine ,katholischen Rotarier‘ sein", so Steinhäuser, sondern unser Herz ganz an Gott und die Menschen verschenken!" Die Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist das älteste Bauwerk der Stadt und das Wahrzeichen Düsseldorfs. Hier werden die Reliquien des Stadtpatrons Apollinaris aufbewahrt. Nach einem Brand im Jahr 1815 wurde der Turm der Kirche renoviert. Seitdem ist der Kirchturm schief geraten und eine Sage erzählt, dass der Teufel beim Versuch, die Kirche aus dem Boden zu reißen, was ihm nicht gelang, den Turm verdreht hat. Die Düsseldorfer haben den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Turm wieder "verdreht" aufgebaut und so ist er einer der markantesten Bauwerke der Stadt, nämlich der "schiefe Turm von Düsseldorf".


Die Damen und Ritter ziehen beschwingt unter den Klängen der Bundes-Schützenkapelle Neuss in den wunderschönen, im Art-Deko-Stil gebauten, "muschelförmigen" Rheingoldsaal der Rheinterrassen, wo der Begrüßungsabend stattfindet. In der Kirche St. Maximilian, der "Ordenskirche" der Komturei, deren Name auf den bayerischen Kurfürsten Herzog Maximilian Joseph und den Heiligen Maximilian zurückzuführen ist, versammeln sich in nächtlicher Stunde zur Vigilfeier die elf Kandidaten, zwei Kandidatinnen und fünf Priester, die am nächsten Tag in den Ritterorden aufgenommen werden. Die Kirche wird zu einem Ort der Stille und Meditation mit Psalmengebet und ergreifender Orgelmusik. Der geistliche Zeremoniar des Ordens, Cfr. Msgr. Prof. Dr. Christoph Müller, fordert Offenheit für andere, kein Kreisen um sich selbst. "Wir sollen dienen und bekennen!", damit " die Menschen im Heiligen Land die Hilfe der Ritter und Damen erfahren". Der Rhein, an dessen Ufern diese Herbstinvestitur stattfindet, solle die Ordensritter erinnern an das, was sie in den Tagen der Investitur erführen: "Das Wort der Wahrheit zur Blüte bringen!" und das geht nur, wenn uns "Jesus innerlich berührt!"


Sorge für den Nächsten

In der Stadtmitte der Rheinmetropole befindet sich die evangelische Johanneskirche. Dort begrüßt in der Kapitelsammlung am Samstagmorgen Pfarrer Lücke die Ordensmitglieder und erzählt von den Schwierigkeiten der evangelischen Christen, die im 17. Jahrhundert ihre Kirchen noch in Höfen versteckt bauen mussten, obwohl Religionsfreiheit herrschte. "Aber heute leben wir alle in herzlicher Verschiedenheit", so der evangelische Pfarrer. Die Kapitelsammlung geht in diesem Jahr an das Saint Louis Hospital in Jerusalem. Die Leiterin des französischen Hospizes, die Düsseldorferin Schwester Monika Düllmann, kümmert sich um Schwerstpflegefälle. Cfr. Jörg Schill erzählt den gespannt lauschenden Ordensrittern von den Schwierigkeiten und der finanziellen Not des vor den Stadtmauern Jerusalems gelegenen Hauses. "Dort liegen Seite an Seite Christen, Juden und Muslime." Aktuell berichtet Cfr. Michael Wirtz, Vorsitzender der Heilig-Land-Kommission des Ordens, von der Wohnungsnot der Christen. "Viele junge Christen wandern ins Ausland aus", beklagt er. Die Düsseldorfer Komturei hat sich viel einfallen lassen, um den Damen und Rittern und deren Angehörigen die Rheinmetropole etwas näher zu bringen. Kirchenbesichtigungen, Kunst- und Kulturspaziergänge und mittags lädt sie zur Orgelmusik nach St. Maximilian. Insgesamt sind 65 Jugendliche der Einladung zusammen mit ihren Eltern nach Düsseldorf gefolgt. Viele der Jugendlichen schließen sich der Führung "Die Altstadt aus der Sicht eines Obdachlosen" an. Bewegt erzählen sie von den armen Menschen in der Altstadt-Armenküche, die eine warme Mahlzeit bekommen. Bernd:" Jeder, der dorthin kommt, wird zum Glück respektvoll behandelt." Diese Führung ist an einigen Tischen des Investiturfestabends ein großes Gesprächsthema.


Jahr des Glaubens

Die Damen und Ritter gehen in einer langen Prozession still zur Antonius-Kirche, die im spätromanischen Stil am Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut worden ist. Als sie die dreischiffige Kirche betreten, empfängt sie herrliche Orgelmusik von Louis Vierne. In die Prozession reihen sich der Kardinalgroßmeister des Ordens, Edwin Frederick Kardinal O` Brien, und Großprior Reinhard Kardinal Marx ein. Beeindruckt hören die Ordensmitglieder in der vollbesetzten Kirche der "Missa Sancti Bernardi de Offida" Joseph Haydns. In seiner Predigt weißt Kardinal Reinhard Marx auf das begonnene "Jahr des Glaubens" hin. "Der Papst will etwas in Gang bringen, Schwung und Bewegung aufnehmen, immer mit der Frage im Mittelpunkt: Wie können wir unseren Glauben verstärken?"

Besonders erinnert er an die Verantwortung der Ordensritter, denn der christliche Glaube beziehe sich auf alle Lebensbereiche. "Überall wo ich bin, alles was ich tue, gehört in das Licht des Evangeliums gestellt", fordert Marx die Damen und Ritter auf und fasst am Ende des Gottesdienstes alles zusammen in den Satz: "Glaubende und lebende Menschen sollen wir werden!" Ein besonderer Moment ist die Aufnahme der insgesamt 18 Kandidaten in den Orden.

Zum Festabend der Investitur finden sich die Damen und Ritter mit ihren Angehörigen im Radschlägersaal der Rheinterrassen ein. Durch die große Glasfront des Festsaales sieht man die Lichter der Stadt Düsseldorf, hell erleuchtete Kähne und Schiffe am Rhein entlang ziehen und auch die dicken, schwarzen Regenwolken, die sich zum Glück nun erst zu entladen beginnen und keine der Dame oder Ritter in ihren festlichen Kleidung durchnässen. Statthalter Cfr. Dr. Heinrich Dickmann begrüßt Gäste aus Belgien, Österreich und Mitglieder des Deutschherrenordens. "Berufung ist das Empfinden und Bekennen, sein Leben in einem gewissen Sein zu leben", sagt der Statthalter in seiner Rede. Das "Ja" zum Ritterorden müsse gelebt und immer wieder erneuert werden. Er bedankt sich bei allen Mitgliedern der Komturei St. Maximilian für deren großen Einsatz, der von Nöten war, um die Investiturfeierlichkeiten auszurichten und sie zu einem so großen Erlebnis werden zu lassen.

"God is living today", bekennt der Kardinalgroßmeister in seiner kurzen Ansprache vor der Festgemeinschaft. "He lives in the church, in the sacraments and he is risen in us. That are beautiful signs of love!" "What a great honour for us to be investited by you, Cardinal O`Brien", bedankt sich Horst Piepenburg im Namen der neuinvestierten Damen und Ritter.

Auf Gott verlassen

Hervorragend funktionieren die Bustransfers von den einzelnen Hotels zu den Kirchen und den Rheinterrassen. Auch am Sonntagmorgen sind die Busse wieder voll besetzt und sie bringen die Ordensmitglieder in die Nachbarstadt Neuss, um dort das Pontifikalamt zu feiern. In der Statio stellt Cfr. Msgr. Guido Assmann das Leben des Heiligen Quirinus, Stadtpatron der Stadt Neuss, und das Quirinus-Münster in den Mittelpunkt, das das Wahrzeichen der Stadt Neuss ist. Auf seiner barocken Kuppel steht der Stadtpatron, blickt über die Dächer der Stadt herab und auf die Ordensritter, die bei herrlichem Sonnenschein in die wunderschöne Basilika, die auch schon in alten Jakobspilgerberichten Erwähnung findet, einziehen. Der Kardinalgroßmeister feiert das lateinische Pontifikalamt. "Kann sich Gott auf meine Liebe verlassen?", fragt Weihbischof Dr. Heiner Koch in seiner Predigt die Gemeinde. Damit die Damen und Ritter sich gestärkt auf ihre Heimreise begeben können, hat sich die Komturei St. Maximilian zum Abschluss noch etwas für das leibliche Wohl einfallen lassen: Es gibt für alle Erbseneintopf, den Helfer des Malteserdienstes austeilen. Die Ordensmitglieder sind in den vielen Predigten und Ansprachen während der Investiturtage aufgefordert zu dienen und zu bekennen und unter eben diesem Motto steht die Investitur in Düsseldorf. Im Ordensgebet beten die Damen und Ritter: "Sende uns den Heiligen Geist! Ermutige uns zu glaubwürdigem Zeugnis in Tat und Wahrheit." Dieses Bekenntnis fordert Papst Benedikt XVI. im "Jahr des Glaubens" ein. Der Papst ermutigt dazu, "den Weg des Glaubens wiederzuentdecken und so der tiefen Glaubenskrise in der modernen Gesellschaft entgegenzuwirken." 

Csr. Cornelia Kimberger

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